Im Dialog

Im Dialog: Ihre Fragen und unsere Antworten rund um das Thema Psoriasis

Patienten fragen – Experten antworten: Stellen Sie hier Ihre persönliche Frage zum Thema Schuppenflechte (Psoriasis), egal ob als Patient oder Angehöriger. Die Dermatologen Dr. Ralph von Kiedrowski, Dr. Dagmar Wilsmann-Theis, Priv.-Doz. Dr. Thomas Rosenbach und Prof. Dr. Uwe Gieler haben sich auf die Behandlung von Psoriasis-Patienten spezialisiert und stehen Ihnen als Experten zur Verfügung. Gerne beantwortet diese Gruppe Ihre Fragen und steht Ihnen mit wertvollem Rat zur Seite.

Experte: Dr. Ralph von Kiedrowski, Dr. Dagmar Wilsmann-Theis,  Priv.-Doz. Dr. Thomas Rosenbach und Prof. Dr. Uwe Gieler
Dr. med. Ralph von Kiedrowski, Dr. med. Dagmar Wilsmann-Theis, Prof. Dr. Uwe Gieler, PD Dr. med. Thomas Rosenbach

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Psoriasis - Pustelosa, welche Möglichkeiten um einen Schub zu vermeiden

Hallo, bin nun 53 Jahre, seit ca. 8 Jahren habe ich eine sehr leichte Form der Pustelose gehabt, nun nach einer Mandelentzündung kam ein enormer Schub an Händen und Füßen. So dass ein 10-tägiger Krankenhaus Aufenthalt nötig war.

Was kann ich vorbeugend tun, damit ein neuer Schub vermieden wird. Bisher kamen die Pusteln nur vereinzelt und sporadisch, damit konnte ich recht gut leben.

Freue mich über Vorschläge.

Gruß Robert H.

Robert Herr.

Sehr geehrter Herr R.,

Mit der Psoriasis Pustulosa Palmoplantaris haben sie sich leider eine der schwierigsten Psoriasisformen "herausgesucht". Diese Form ist äußerst hartnäckig und reagiert nicht so gut auf die Systemtherapienwie sie bei der anderen Form, der Plaqueform der Psoriasis, angewandt wird.

Außerdem sind nicht alle Therapien hierfür zugelassen, die Standardtherapie sind Vitamin A -Säurepräparate als Tablette, und eine spezielle Form der Lichttherapie.

Ein sehr guter Ansatz von Ihnen, ist zu überlegen, wie man Provokationsfaktoren für diese Erkrankung meiden kann. Die Mandelentzündung gehört dazu, ähnlich wie die Parodontitis, also die Zahnfleischentzündung, von der man weiß, dass primär Raucher diese haben.

Daher ist die Aufgabe des Nikotinkonsums, sofern er bei Ihnen vorhanden ist, der erste Schritt zur Meidung von Provokationsfaktoren. Man weiß nicht genau, ob eine Fehlfunktion der Schilddrüse, auch eine Rolle spielt. Dennoch ist die Untersuchung dieser sicherlich ratsam. Meist ist die Psoriasis pustulosa palmoplantaris im Sommer durch das Schwitzen etwas schlimmer als im Winter. Manche Patienten versuchen hier mit austrocknenden Handbädern entgegenzuwirken.

Um auf Ihre Frage im Detail zurückzukommen, leider gibt es kein Geheimrezept wie man Mandelentzündungen und äußere Stresssituationen, sei es psychisch oder physisch für die Haut immer meiden kann. Wichtig ist, dass man versucht eine gesunde Lebensform zu finden, und gegebenenfalls bei wiederholten Mandelentzündungen überlegt, die Mandeln entfernen zu lassen. Zudem halte ich es für wichtig, dass man frühzeitig bei Verschlechterung der Symptome mit einem Lokalsteroid (also Cortisoncreme) dem Geschehen entgegenwirkt.

mit besten Grüßen

D.Wilsmann-Theis

 

 

 

Dr. med. Dagmar Wilsmann-Theis

Kann man die schwere form der Schuppenflechte mit MTX behandeln?

Bei mir sind viele Stellen des Körpers betroffen.Vor allem Kopf und Gesäß.

Claudia Klaucke

Sehr geehrte Frau K,

danke für Ihre Anfrage. Methotrexat auch MTX genannt, ist eins der ältesten und daher best gekanntesten Mittel in der Psoriasistherapie. Es wirkt in der Regel auch bei bestimmten Formen der Gelenkschuppenflechte. Da kann man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

Es wird einmal die Woche in die Bauchfalte oder Oberschenkel gespritzt oder als Tablette eingenommen, wobei man schon den Hinweis hat, dass die Spritzen etwas schneller wirken. In der Regel entfaltet es seine volle Kraft nach 6-8 Wochen je nach Individuum. 

Auch gibt es Studien zu MTX, die eine gute Wirkung an der Haut zeigen, auch und vielleicht gerade bei schweren Fällen. Die Leber und die Nieren müssen aber durch Laboruntersuchungen kontrolliert werden, die sind am Anfang etwas häufiger, später können die Intervalle gestreckt werden.

Um Ihre Frage klar zu beantworten: Ja MTX ist auch bei schweren Fällen wirksam und wird von meiner Seite gerne auch bei diesen Fällen eingesetzt.

Vielleicht sind Biologics, die neueren Spritzen, etwas schneller wirksam, aber mit MTX kann man ebenso die Besserung erreichen.

Ich hoffe, dass diese Antwort, Ihnen weiterhilft. Ansonsten können Sie sich  gerne noch einmal melden.

mit besten Grüßen

D.Wilsmann-Theis

 

Dr. med. Dagmar Wilsmann-Theis

Gibt es eine Innerliche Behandlung?Tabletten?

Schönen guten Tag aus München,

Ich leider seit gut 15 Jahren an einer „leichten“ Schuppenflechte.

Knie, Ellenbogen, Nägel sind in leichter Mitleidenschaft gezogen, etc.

Ich kann mich wohl „glücklich“ schätzen, dass es nicht zu extrem ist.

Die einzige Form der Behandlung ist die Daivonex Creme in Verbindung mit einem Pflaster das über Nacht aufgeklebt wird, und das jeden Tag.

Gibt es mittlerweile eine „normale“ Form ggfs. Tabletten oder sonstiges als Creme?

Basti Schliebitz

Sehr geehrter Hr. S,

eine leichte Form der Psoriasis wird definiert wenn weniger als 10% der Körperoberfläche beteiligt wird. Wenn eine leichte Form der Psoriasis vorliegt, werden primär topische Therapien mit Cremes wie Vitamin D-Präparaten und Kortison oder Dithranol und gegebenenfalls Lichttherapie durchgeführt.

Im Bereich der topischen Therapie (d.h. Cremes und Salben) sind das momentan weniger Produkte als im Bereich der systemischen Therapien (also Tabletten oder Spritzen).

Wenn ein Befall der Nägel vorliegt, kann dass u.U. aber auch eine schwere Schuppenflechte sein, die einer systemischen Therapie also einer Therapie mit Tabletten oder Spritzen bedarf. Hierbei muss natürlich immer Nutzen und Risiko abgewogen werden. Die Therapien sind immer nur dann sicher, wenn die regelmäßigen Blutkontrollen darunter und davor stattfinden. Auch wenn man weiß, dass die Systemtherapien u.U. nachhaltiger wirken, gibt es bei einigen schon die Notwendigkeit Leber und Nierenwerte und auch das Blutbild regelmäßig anzuschauen.

Momentan gibt es eine breite Masse an Systemtherapien, Wenn alle Organe in Ordnung sind wird man in der Regel mit einer Substanz wie Fumarsäureester oder Methotrexat oder Ciclosporin an. Wenn hiergegen Kontraindikationen vorliegen, und der Hautbefall hoch ist, können auch Biologics Anwendung finden, hier gibt es die Gruppen der TNF-alpha Blocker (Etanercept, Adalimumab, Infliximab), das Medikament Ustekinumab, was gegen die Botenstoffe Interleukin 23 und 12 wirkt sowie die Gruppe, die gegen die Botenstoffe Interleukin 17 wirken, namentlich Ixekizumab und Secukinumab.

Außerdem gibt es noch eine neue Tablette namens Apremilast, Bei der aber das gleiche gilt wie bei den Biologics, es müssen Vortherapien mit Tabletten wie Fumarsäureester oder Methotrexat... nicht vertragen worden sein oder kontraindiziert sein.

Die Frage nach dem besten Nutzen der einzelnen Therapien ist immer vom Individuum  zu sehen, da gibt es ganz individuelle Wirkweise und Wirkwünsche und sollte mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.

Wenn noch Fragen offen geblieben sind, so können Sie uns gerne noch einmal kontaktieren.

mit besten Grüßen

D.Wilsmann-Theis

 

Dr. med. Dagmar Wilsmann-Theis

Wie stark sind die Nebenwirkungen einer inneren Therapie?

Habe bereits von der Möglichkeit einer inneren Therapie mit Medikamenten etc. gehört, allerdings hat mir mein Arzt davon abgeraten, da die Nebenwirkungen doch sehr stark sein sollen.

Was sind denn mögliche Nebenwirkungen und würden sie meinem Arzt zustimmen?

Anonym

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

dies ist sicherlich eine wichtige Frage, die sich viele Betroffene stellen. Letztlich ist sie immer nur ganz individuell zu beantworten, denn das Risiko von Nebenwirkungen hängt zum einen von der jeweiligen Substanz ab, zum anderen natürlich aber auch vom Gesundheitszustand des Patienten, der sie einnehmen soll. Grundsätzlich sind bei der Therapiewahl immer Nutzen (für die Behandlung der Krankheit) und Risiken (möglicher Nebenwirkungen) gegeneinander abzuwägen und mit dem Patienten zu besprechen. Zu guter Letzt hängt es aber auch vom Therapeuten ab, wie gut er das jeweilige Medikament kennt und Erfahrungen im Umgang/Einsatz eines Medikamentes hat.

Sie sehen also, dass je nach Blickwinkel die Frage sehr unterschiedlich und nicht pauschal zu beantworten ist!

Der grundsätzlichen Aussage Ihres Arztes würde ich aber auf jeden Fall widersprechen. Bei einer chronisch-entzündlichen Erkrankung wie einer mittelschwer-schweren Schuppenflechte bestehen gerade bei Nichtbehandlung auch weitere gesundheitlichen Risiken (siehe das Thema "Komorbidität"), es ist also nicht richtig zu sagen, das Nebenwirkungsrisiko eines Medikamentes ist immer höher einzuschätzen, als die Schwere der Erkrankung. Jedes Medikament kann Nebenwirkungen verursachen, auch ein Vitamin-Präbarat. Die Fachinformationen ("Beipackzettel") führen diese auch nach zu erwartender Häufigkeit mehr als ausführlich auf.

Manche Nebenwirkungen sind zudem passager, d.h. sie verschwinden im Laufe der Einnahme (z.B. Magen-Darm-Beschwerden bei Fumaraten). Ganz allgemein gesagt haben wir heute eine Vielzahl von Substanzen mit ganz unterschiedlichem Wirk- und Nebenwirkungs-Profil, bei der richtigen Auswahl und entsprechenden Aufklärung und auch Kontrollen (Monitoring) ist m.E. der Nutzen immer höher als das Risiko.

Mit freundlichen Grüßen 

Ihr Dr. Ralph von Kiedrowski

 

Dr. Ralph von Kiedrowski

Gibt es eine Verbindung zwischen Athritis und Psoriasis?

Meine Fingergelenke sind stark geschwollen und Schmerzen,vor allem abends. In den Handflächen habe ich total trockene Haut, die ständig juckt und aufreisst;Was natürlich sehr schmerzt.Gegen die trockene Haut kann ich laufend cremen, aber gegen die Schmerzen in den Knöcheln weiss ich nichts.

Ute Bartz

Sehr geehrte Frau B.,

es kann einen Zusammenhang zwischen Psoriasis und Arthritis geben - die Psoriasis Arthritis. Ca. 20 -30 % der Menschen, die eine Schuppenflechte haben, entwickeln diese Art der Gelenkbeteiligung.Selten geht die Psoriasis Arthritis der Hautbeteiligung voraus.

Typisch sind z.B. wie bei Ihnen die Schwellung der Fingergelenke, oft sind es dann einzelne Gelenke am Ende des Fingers. Die Diagnose stellt der Rheumatologe oder Dermatologe. Hilfreich zur Diagnosenstellung durch den Rheumatologen ist die Information, ob beim Patienten selber oder in dessen Familie eine Schuppenflechte vorliegt.

Zur Behandlung kommen innerlich verabreichte Entzündungsmittel in Frage - bei Fortschreiten der Beschwerden oder stärkerer Ausprägung dann auch Medikamente wie Methotrexat oder im weiteren Verlauf Biologika. Da man manchmal länger auf einen Termin beim Rheumatologen warten muss, sollten Sie zuerst Ihren Dermatologen fragen, ob er einen Verdacht auf eine Psoriasis Arthritis hat. 

Mit freundlichen Grüßen und den Wünschen für eine gute Besserung,

PD Dr. med. Thomas Rosenbach 

 

 

PD Dr. med. Thomas Rosenbach

Ich habe starke Verhornung an den Fingerspitzen mit schmerzhaften Rißbildungen.Ist das eine Form der Psoriasis

und wie kann man das behandeln.

Ich bin 64 Jahre und seit ca. 2 Jahren sind diese Symptome aufgetreten die sich jetzt verschlimmert haben.Kann diese Krankheit auch wieder so wie sie gekommen ist weggehen.Ich stehe unter sehr hohem psychischen Dauerstress durch Kummer und Sorgen.Ich bin seit 3 Monaten in Behandlung beim Hautarzt die dort verschriebenen Salben brachten keinen Erfolg.Ich denke das die wahrscheinlich vorherschende Prosiasis Krankheit nicht erkant wurde und deshalb bisher falsch behandelt wurde.Gruß Charlotte

Charlotte junge

Sehr geehrte Frau J.,

bei ihrem Krankheitsbild kann es sich um ein hyperkeratotisch- (verhornendes) rhagadiformes (einreissendes) Handekzem handeln, dass erst einmal nicht in Zusammenhang mit einer Psoriasis steht. Kommen gerötete, schuppende Verdickungen an typischen Stellen (Kopfhaut, Ohren, Ellenbogen, Knie, Bauchnabel) bzw. Rötungen im Po- und Intimbereich hinzu, kann es sich um eine Psoriasis handeln.

Bei der Behandlung der Hautveränderungen an den Fingerkuppen macht es allerdings keinen Unterschied aus, ob es sich um eine Schuppenflechte oder ein Ekzem handelt. Zur Anwendung kommen zuerst salicylsäurehaltige Salben zum Auflösen der Verhornungen und kortisonhaltige Salben zur Reduktion der Entzündung. Wie auch Sie schon erfahren haben, ist diese Art der Behandlung oft nicht vom Erfolg gekrönt. In diesem Fall verwendet man dann im nächsten Schritt Retinoide (vom Vitamin A abstammende Medikamente) innerlich. In der Regel bekommt man damit die Erkrankung, ob Ekzem oder Schuppenflechte, gut in den Griff. 

Sie stellten noch die Frage, ob die Erkrankung auch spontan verschwinden kann. Dies kann der Fall sein, ist allerdings ein eher seltenes Ereignis. 

In der Hoffnung ein wenig zur Klärung beigetragen zu haben, verbleibe ich mit freundlichen Grüßen

Priv.-Doz. Dr. med. Thomas Rosenbach

 

PD Dr. med. Thomas Rosenbach

 

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