Mit Pantomime gegen Distanzierung

Straßenaktion in München schaffte Aufmerksamkeit für Psoriasis

MÜNCHEN – Hautärzte und Patienten haben mit einer Straßenaktion im Rahmen der bundesweiten Psoriasis-Aufklärungskampagne „Bitte berühren“ ein Zeichen gegen die Ausgrenzung von Betroffenen gesetzt. Im Mittelpunkt standen Pantomime-Darsteller, die in der Münchener Innenstadt verschiedene Berührungs-Situationen darstellten und Passanten zum Mitmachen aufforderten.

Auf künstlerische Art und Weise das Spannungsfeld zwischen Nähe und Distanz zeigen – das schafften die beiden Pantomime-Darsteller gekonnt, indem sie sich beispielsweise langsam einander annäherten, zurückschreckten, sich die Hände vor das Gesicht hielten, um bloß nicht gesehen zu werden. Solche Szenen machten deutlich, wie unangenehm es Psoriasis-Patienten ist, von allen angesehen zu werden – und wie wichtig Berührungen für jeden sind. Parallel dazu wurden die Passanten vor Ort zusätzlich über die Erkrankung informiert.

Mit dabei waren auch Psoriasis-Patienten wie der 44-jährige Christian M. „Die Psoriasis ist bei mir kurz nach der Volljährigkeit ausgebrochen und wurde immer schlimmer. Ich hatte die Psoriasis sogar im Gesicht, was den Alltag, beispielsweise auf der Arbeit, stark einschränkt. Seitdem war ich bei vielen Ärzten und habe unzählige Therapien ausprobiert“, berichtete er anwesenden Medienvertretern. Erst vor ungefähr zwei Jahren habe er dann gemeinsam mit seiner Hautärztin eine neue Therapiemöglichkeit gefunden, die ihm wirklich hilft.

Die Krankheit stelle für viele eine enorme Belastung dar, ergänzte seine Hautärztin, Dr. Hortensia Pfannenstiel, die ebenfalls an der Aktion teilnahm. „Die betroffenen Hautstellen schmerzen zum Teil so stark, dass Berührungen unangenehm sind. Anderseits sehnen sich die Betroffenen nach unbefangenem Körperkontakt“, erläuterte die Münchener Dermatologin. Viele Betroffene hätten sogar Angst davor, Fremden die Hand zu geben, weil sie fürchten, dass ihr Gegenüber sich ekelt. Gleichzeitig machte sie Schuppenflechte-Patienten Mut. „Viele Betroffene wissen noch nicht, dass sich heute gemeinsam mit dem Hautarzt selbst in schweren Fällen eine geeignete Therapie finden lässt. Innerhalb weniger Wochen können Patienten eine sichtbare Besserung der Symptome erwarten“, so Pfannenstiel.