Innere Therapien: Hilfe bei schweren Formen der Schuppenflechte

Erfahren Sie hier mehr über moderne innere Therapien, die auch bei schweren Formen der Schuppenflechte die Symptome sichtbar verbessern können.

Apothekerin gibt Tüte an Kundin

Eine systemische, d.h. innerlich wirkende Therapie verordnet der Arzt in der Regel bei einem mittelschweren bis schweren Verlauf der Schuppenflechte. Eine innerlich wirkende Behandlung kommt auch in Frage, wenn eine äußere Anwendung keinen Erfolg zeigt. Ob eine Therapie mit innerlich wirkenden Medikamenten in Frage kommt, beurteilt der behandelnde Hautarzt nicht nur anhand der Krankheitsaktivität und der Ausdehnung der betroffenen Hautregionen. Auch die Auswirkung der Erkrankung auf die Lebensqualität des Betroffenen spielt eine Rolle. So schränkt sichtbare Psoriasishaut das seelische Wohlbefinden deutlich stärker ein als erkrankte Körperstellen, die durch die Kleidung verdeckt werden.

Patient Torsten S. aus Frankfurt am Main:

"Ich hatte eine schwere Form der Psoriasis; fast mein ganzer Körper war betroffen. Das hat mir sehr zu schaffen gemacht, auch die Beziehung zu meiner Freundin hat sehr darunter gelitten. Als mir der Hautarzt eine neuartige innerliche Therapieoption vorgeschlagen hat, hatte ich dennoch erst einmal Bedenken. Heute bin ich froh, dass ich die Therapie mache – bereits nach einigen Wochen waren die Symptome fast ganz verschwunden, und ich kann mein Leben wieder genießen."

Moderne Therapien gegen Schuppenflechte

Wirkungsweise moderner Therapien

Moderne, relativ nebenwirkungsarme Therapien greifen in fehlerhafte Abwehr-Reaktionen des Körpers ein: Sie hemmen gezielt Botenstoffe oder Enzyme, die Entzündungen auslösen und unterbrechen, bzw. regulieren so den Entzündungsprozess der Haut. Auf diese Weise lassen sich die Symptome der Schuppenflechte gut und langfristig kontrollieren.

Hand gibt Rezept an Apothekerhand

Nachhaltige Wirkung durch Langzeitbehandlung

Schon nach wenigen Wochen können Betroffene eine sichtbare Verbesserung ihrer Symptome erwarten - und damit eine deutliche Steigerung ihrer Lebensqualität. Zeigen moderne Therapien Erfolg, eignen sie sich auch zur Langzeitbehandlung der Schuppenflechte. Voraussetzung für die Anwendung der meisten dieser noch jungen Therapien ist, dass andere Medikamente zur Behandlung der Schuppenflechte zuvor keinen Therapieerfolg erzielt haben.

Moderne, innerlich wirkende Therapien werden unter die Haut gespritzt, als Infusion verabreicht oder stehen als Tabletten zur Verfügung.

Dr. Ralph von Kiedrowski:

"Betroffene mit einer mittelschweren oder schweren Form der Schuppenflechte und entsprechendem Leidensdruck sollten ihren Hautarzt aktiv auf Therapien wie Biologika und selektive PDE-4-Hemmer ansprechen. Wenn der Hautarzt diese Therapieoptionen nicht anbietet, kann man auch einen auf Schuppenflechte spezialisierten Hautarzt aufsuchen."

Therapieerfolg durch individuelle Anpassung der Behandlung

Liegen in den ersten zwölf Wochen keine sichtbaren Therapieerfolge vor, sollte der Betroffene mit seinem behandelnden Hautarzt über die Optimierung oder Umstellung der Therapie sprechen. So kann der gewünschte Erfolg rasch mit einer anderen Behandlung erzielt werden.

Tipp

Nach welchen Kriterien der Arzt die Therapie auswählt und was Betroffene selbst unternehmen können, damit die Therapie erfolgreich ist, erfahren Sie hier.

Konventionelle Therapien gegen Schuppenflechte

Ebenfalls gibt es eine Vielzahl konventioneller Therapien gegen Schuppenflechte:

  • Fumerate (=Fumarsäureester)
    Diese Präparate können bei vielen Patienten Schuppenflechte-Symptome zurückdrängen und die Erkrankung langfristig kontrollieren. Die Wirkung setzt in der Regel eher langsam ein und kann anfänglich zu Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Beschwerden und Hautrötungen führen. Fumerate dürfen bei Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes und der Nieren nicht eingenommen werden.
  • Kortison-Präparate
    Bei starken Krankheitsschüben können Kortison-Präparate zur Einnahme kurzfristig eine starke Wirkung erzielen. Kortison greift stark in immunologische Prozesse ein, geht aber mit einem deutlichen Risiko stärkerer Nebenwirkungen einher. Daher können Kortisonpräparate nur zeitlich begrenzt eingesetzt werden und führen vielfach dann zu einem neuen Krankheitsschub (Rebound). In der S3-Leitlinie zur Schuppenflechte werden sie deshalb nicht berücksichtigt.
  • Methotrexat
    Der Wirkstoff gehört zu den am längsten angewendeten Medikamenten bei Schuppenflechte. Die Symptome können oft weitgehend zurückgedrängt werden. Allerdings kann der Wirkstoff Nebenwirkungen verursachen wie zum Beispiel Leberschäden, Lungenentzündung oder Blutbildveränderungen.
  • Vitamin A-Abkömmlinge
    Abkömmlinge des Vitamin A, sogenannte Retinoide, können nur bei einem kleineren Teil der Betroffenen deutlich Symptome vermindern. Daher wird eine Behandlung mit Vitamin A-Abkömmlingen meistens mit anderen Therapien wie zum Beispiel einer UV-Bestrahlung kombiniert. Retinoide können Nebenwirkungen wie vorübergehenden Haarausfall und Nasenbluten verursachen. Bei Patientinnen im gebärfähigen Alter ist ein bis zu zwei jahrelanger Empfängnisschutz auch nach Absetzen des Medikamentes erforderlich.
  • Ciclosporin
    Mit dem Wirkstoff können bei den meisten Betroffenen die Symptome der Schuppenflechte sehr gut zurückgedrängt werden. Mit einer Wirkung ist nach ungefähr vier Wochen zu rechnen. Da sich Ciclosporin negativ auf die Funktion der Nieren auswirken kann, sollte das Medikament nur zur Intervalltherapie über 3-6 Monate und lebenslang nicht länger als 24 Monate eingenommen werden.

Weitere Informationen zu äußeren Therapien bietet auch die Patientenleitlinie zur Behandlung der Psoriasis der Haut. Diese informiert über Schuppenflechte und moderne Therapien. Die Patientenleitlinie fasst allgemeinverständlich die wichtigsten Informationen der S3-Leitlinie zur Therapie der Psoriasis vulgaris zusammen, die Hautärzten eine Entscheidungshilfe für die Auswahl einer geeigneten Therapie bietet. Die S 3-Leitlinie stellt den höchsten Grad wissenschaftlicher Erkenntnis dar: Expertenmeinung und systematisch in Studien gewonnene Erkenntnisse fließen in die Erarbeitung der Leitlinie mit ein. Beide Leitlinien werden regelmäßig aktualisiert.

Mehr zu äußeren Therapien finden Sie hier. Welche Behandlung für Sie geeignet ist, kann am besten Ihr Hautarzt beurteilen.

Sie haben noch keinen Hautarzt aufgesucht? Dann nutzen Sie unsere Funktion zur Hautarztsuche. Bei der Vorbereitung Ihres ersten Gesprächs mit dem Hautarzt unterstützt Sie unser Leitfaden.

Im Dialog: Ihre Fragen - unsere Antworten

Stellen Sie hier unseren Experten Ihre Fragen zu Psoriasis.

Mehr erfahren