Therapieziele definieren und erreichen

Erfahren Sie hier, wie Sie gemeinsam mit Ihrem Hautarzt ein Therapieziel festlegen und wie Sie es am besten erreichen können.

Beratungsgesräch beim Arzt

Der erste Schritt zum Erfolg: Das Therapieziel bestimmen

Für den Erfolg einer Behandlung ist es wichtig, gemeinsam mit dem Hautarzt ein Therapieziel festzulegen. Dieses dient nicht nur dazu, den Therapieerfolg zu messen, sondern spielt auch für die Zufriedenheit der Betroffenen mit ihrer Behandlung eine wichtige Rolle.

Dr. Ralph von Kiedrowski:

"Das Festlegen eines realistischen Therapieziels ist das A und O. Dabei sollten Betroffene darauf achten, dass ihre Bedürfnisse im Fokus stehen. Wie schnell erwarten sie einen Therapieerfolg? Nehmen sie Nebenwirkungen in Kauf? Betroffene sollten mit ihrem Hautarzt über ihre Wünsche sprechen, denn unerfüllte Erwartungen bedeuten Stress. Und Stress wirkt sich wiederum negativ auf den Krankheitsverlauf aus, denn Stress ist ein Auslöser für Schuppenflechte."

Welche Therapie sich für welchen Betroffenen eignet, hängt insbesondere von der Schwere der Erkrankung ab. Wie schwer ein Patient erkrankt ist, stellt der Arzt vor allem anhand von zwei Kriterien fest: Dem Ausmaß der Erkrankung und ihrer Auswirkung auf die Lebensqualität der Betroffenen. Um die Schwere einer Schuppenflechte-Erkrankung zu bestimmen, nutzen Hautärzte vor allem zwei Werte:

  1. Psoriasis Area and Severity Index (PASI):
    Der sogenannte PASI misst die Ausdehnung der betroffenen Hautfläche und das Ausmaß der Krankheitsaktivität. Diese wiederum wird durch die Ausprägung der Schuppenbildung, der Rötung und der Verdickung der Haut bestimmt. Der maximale PASI-Wert beträgt rechnerisch 72 Punkte – ein Patient mit diesem Wert hat den schwersten Erkrankungsgrad. Mit Hilfe des PASI wird unterschieden, ob eine leichte, eine mittelschwere oder eine schwere Form der Psoriasis vorliegt. Bereits bei einem Wert von 10 Punkten gehen Ärzte von einer mittelschweren Erkrankungsform aus. Bei einer leitliniengerechten Versorgung ist es heute realistisch, bei mittelschweren und schweren Verlaufsformen der Schuppenflechte in drei Monaten eine Besserung des Hautzustands von mindestens 50 Prozent zu erreichen. Moderne innerlich wirkende Therapien erzielen heute oft noch eine deutlich größere Verbesserung des Hautzustands. Für mildere Formen der Psoriasis sind diese hochwirksamen Medikamente allerdings nicht zur Versorgung im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung zugelassen.
  2. Dermatology Life Quality Index / Dermatologischer Lebensqualitäts-Index (DLQI):
    Dieser Wert misst die Einschränkung der Lebensqualität von Menschen mit Schuppenflechte in den vorausgegangenen sieben Tagen: Anhand eines Fragebogens werden die Auswirkungen der Schuppenflechte auf das Selbstbewusstsein, die Arbeit und die Freizeitgestaltung erfasst. Einbezogen wird auch der Einfluss der Krankheit auf die persönlichen Beziehungen des Erkrankten, zum Beispiel auf die Partnerschaft und Sexualität. Dabei kann die vom Patienten subjektiv empfundene Beeinträchtigung der Lebensqualität von der rein statistischen Auswertung des DLQI-Fragebogens abweichen, wenn der Patient zum Beispiel einem einzelnen Punkt eine stärkere Bedeutung zumisst als der Fragebogen. Eine große deutsche Studie zeigt: Rund jeder dritte Patient hat einen DLQI-Wert von über 10 – und damit eine stark eingeschränkte Lebensqualität. Die maximale Punktezahl für eine sehr schlechte Lebensqualität liegt bei 30. Ein Beispiel für einen DLQI-Fragebogen finden Sie hier.

PASI und DLQI-Werte dienen auch dazu, den Erfolg einer Behandlung zu kontrollieren und zu prüfen, ob das Therapieziel erreicht worden ist. Um die Lebensqualität von Menschen mit Psoriasis zu verbessern, nehmen sich die Hautärzte zudem selbst in die Pflicht: Der Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD) und die Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) haben die Nationalen Versorgungsziele festgelegt. Das Ziel dieser freiwilligen Selbstverpflichtung ist es, durch konkrete Teilziele die medizinische Versorgung und die Lebensqualität von Betroffenen messbar zu verbessern. Weitere Informationen dazu bieten die Website Psoriasis – Nationale Versorgungsziele und dieser Flyer.
Bei der Entscheidung, welche Therapie sich für welchen Patienten am besten eignet, orientieren sich Hautärzte außerdem an der S3-Leitlinie zur Therapie der Psoriasis vulgaris. Die S3-Leitlinie stellt den höchsten Grad wissenschaftlicher Erkenntnis dar. Sie wird regelmäßig aktualisiert.
Expertenmeinung und systematisch in Studien gewonnene Erkenntnisse fließen in die Erarbeitung der Leitlinie mit ein. Die Patientenleitlinie zur Behandlung der Psoriasis der Haut fasst allgemeinverständlich die wichtigsten Informationen der S3-Leitlinie für Ärzte zusammen.

Tipps für Betroffene: Was kann ich tun, um mein Therapieziel zu erreichen?

Ältere Frau beim Beratungsgespräch beim Arzt
  • Bereiten Sie Ihren Besuch beim Hautarzt vor. Tipps für die Vorbereitung und das Gespräch mit Ihrem Hautarzt finden Sie hier.
  • Befolgen Sie die Therapievorgaben genau! Ihre Behandlung kann nur Erfolg haben, wenn Sie sie durchgehend befolgen.
  • Sprechen Sie offen mit Ihrem Hautarzt über Ihre Wünsche, aber auch Ihre Probleme – zum Beispiel dann, wenn Sie unter Ihrer Erkrankung auch seelisch leiden und sie sich negativ auf Ihren Alltag oder Ihre sozialen Kontakte auswirkt.
  • Eine innerlich wirkende Therapie sollte innerhalb von zwölf Wochen sichtbare Besserung Ihrer Symptome bewirken – und damit Ihre Lebensqualität deutlich steigern.
  • Bleibt dieser Erfolg aus, sprechen Sie am besten mit Ihrem Hautarzt über die Möglichkeit, Ihre Therapie umzustellen. Möglicherweise ist eine andere Therapie für Sie persönlich besser geeignet, um den gewünschten Erfolg zu erreichen.

Wechseln Sie unter Umständen Ihren Hautarzt, wenn er Ihnen nach einer erfolglosen Therapie keine Alternative vorschlägt oder Ihnen bei einer schweren Form der Schuppenflechte keine moderne, innerlich wirkende Therapie anbietet. Ebenso wichtig ist, dass Sie sich bei Ihrem Hautarzt wohlfühlen und ihm vertrauen.

Bitte beachten Sie

Eine Schuppenflechte bleibt selbst bei vollständiger Abheilung eine chronische, lebenslange, letztlich nie heilbare Erkrankung. Nach dem aktuellen Stand wissenschaftlicher Erkenntnis sollte eine sehr erfolgreiche Therapie in der Regel dauerhaft und eventuell sogar lebenslang fortgesetzt werden.

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