Stigmatisierung bei Schuppenflechte: „Wir müssen mehr bewegen!“

„Ablehnung habe ich oft zu spüren bekommen“, kommentiert eine Userin, die unter Schuppenflechte leidet, auf der Facebookseite von „Bitte berühren“ in einem Beitrag. Sie ist kein Einzelfall: Ausgrenzung und Diskriminierung – das sind Umstände, die viele Betroffene nur zu gut kennen und Beiträge dieser Art finden sich in Foren und sozialen Communities zuhauf. Tatsächlich erlebt nach eigenen Angaben jeder vierte Psoriatiker in seinem Leben Nachteile durch seine Erkrankung, die aus Vorurteilen anderer Menschen resultieren – sei es im privaten und sozialen Umfeld oder aber auch im Job. Stigmatisierung ist hier der Oberbegriff und Chancen-Ungleichheit die Folge.

Ein Projekt, das sich diesem Thema auf nationaler Ebene widmet, ist ECHT. Hinter dem Akronym (Entstigmatisierung bei chronischen sichtbaren Hauterkrankungen in Deutschland) verbirgt sich ein Konsortium aus 25 Versorgungsforschern, Patientenvertretern, Dermatologen, Hausärzten, Psychologen und Erziehungswissenschaftlern. Der Anspruch ist hoch: Seit Januar 2018 und über eine Projektlaufzeit von drei Jahren erforschen und erarbeiten Fachleute und Laien an Konzeption, Entwicklung und Erprobung von Interventionen zur Entstigmatisierung von Menschen mit sichtbaren chronischen Hauterkrankungen. Und nicht nur das. Da auch Menschen mit sichtbaren Erkrankungen wie beispielsweise Adipositas unter Stigmatisierung leiden, sollen die Erkenntnisse des ECHT-Projekts auch auf andere Krankheitsbilder bzw. Patientengruppen übertragbar sein.

Prof. Dr. Matthias Augustin, Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten und Leiter des Instituts für Versorgungsforschung, zeichnet federführend für das Projekt, das auch vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) gefördert wird. Im Gespräch mit der „Bitte berühren“-Redaktion erklärt er, was die ECHT-Studie zur Verbesserung der Menschen beitragen kann und wie diese Studie neben der Entstigmatisierung bei Schuppenflechte auch auf das allgemeine Thema Stigmatisierung eingeht.