Im Dialog

Im Dialog: Ihre Fragen und unsere Antworten rund um das Thema Psoriasis

Patienten fragen – Experten antworten: Stellen Sie hier Ihre persönliche Frage zum Thema Schuppenflechte (Psoriasis), egal ob als Patient oder Angehöriger. Die Dermatologen Dr. Ralph von Kiedrowski, Dr. Dagmar Wilsmann-Theis, Priv.-Doz. Dr. Thomas Rosenbach und Prof. Dr. Uwe Gieler haben sich auf die Behandlung von Psoriasis-Patienten spezialisiert und stehen Ihnen als Experten zur Verfügung. Gerne beantwortet diese Gruppe Ihre Fragen und steht Ihnen mit wertvollem Rat zur Seite.

Experte: Dr. Ralph von Kiedrowski, Dr. Dagmar Wilsmann-Theis,  Priv.-Doz. Dr. Thomas Rosenbach und Prof. Dr. Uwe Gieler
Dr. med. Ralph von Kiedrowski, Dr. med. Dagmar Wilsmann-Theis, Prof. Dr. Uwe Gieler, PD Dr. med. Thomas Rosenbach

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Mein Sohn erlitt 2011 einen Herzinfarkt und wurde 5 x wiederbelebt. Seitdem lebt er im Pflegeheim und bekommt viele Medikamente.

Weiße Placken im Kopfbereich, die ich abnehme und die Haut mit Kokosfett einreibe. Leider behandelt das Pflegepersonal nicht täglich und ich bin nicht täglich dort.

Ist die Schuppenflechte ansteckend?

Holger Heynen

Sehr geehrte Frau W,

vielen Dank für Ihre Frage, die eine einfache und klare Antwort ermöglicht: NEIN, Schuppenflechte war noch nie und ist definitiv nicht ansteckend!

Dies wäre also auch kein Grund für das Pflegepersonal, eine Lokaltherapie durchzuführen. Diese könnte nach Ihren Schilderungen allerdings sicher noch optimiert werden, da bislang allenfalls eine Basispflege darstellt.

Bei Z.n. Herzinfarkt wäre außerdem zu prüfen, ob bei den Dauermedikamenten ggfs. auch ein s.g. Betablocker verordnet wurde, der die Schuppenflechte "triggern/verschlechtern" könnte.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. med. Ralph von Kiedrowski

 

Dr. Ralph von Kiedrowski

Thema Haarentfernung

Was ist besser rasieren und epilieren bei rasieren rasiere ich ja die Schuppen weg bei epilieren zieh ich ja Haare raus und zieh dabei auch Haut ab aber was ist besser

Laura Spath

Themen: Hautpflege

Sehr geehrte Frau S.,

vielen Dank für Ihre Frage. Zunächst mal sei grundsätzlich darauf hingewiesen, das die regelmäßige Rasur ggf. Ihr Problem der unerwünschten Beinbehaarung sogar noch verstärken kann. 

Was hingegen die Beeinflussung der Schuppenflechte selbst angeht, spielt das Irritationspotential Ihrer Epilationsmethode die wohl größte Rolle. Meines Erachtens verursacht das "Zupfen" die größere mechanische Irritation der Haut (im Vergleich zu einer Rasur) und könnte damit Ihre Schuppenflechte verschlechtern (Kölner-Phänomen). Sprechen Sie besser mit Ihrem Hautarzt mal über dauerhafte Laser-Epilationsmethoden.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. med. Ralph von Kiedrowski

 

Dr. Ralph von Kiedrowski

Steht zwischen den Krankheiten ein Zusammenhang. Wer hilft mir wirklich Uniklinik Köln kann man vergessen. Bin bei der TK versichert

Ich bin 53 Jahre und habe folgende Krankheiten:

Pollen/Stauballergie, Morphea, Anzeichen einer Sklerodermie, Aachalsie, Bindegewebe Zersetzung und nun seit 3 Monaten die Schuppenflechte. Die ist bei mir im Intimbereich, Kopf, Brust und teilweise Handfläche. Dermatopsalbe hilft nicht.

Ich rauche und trinke nicht, auch esse ich selten Fleisch. Habe meine Essgewohnheiten meiner Achalsie angepasst. Geh viel spazieren Größe 160, Gewicht 52 kg.

Würde mich freuen von Ihnen zu hören

Susanne

Susanne Schumacher

Sehr geehrte Frau S.,

vielen Dank für Ihre interessante Frage, auf die es aber keine so einfache, wenn überhaupt eine Antwort gibt.

Ganz allgemein kann man sagen, dass seit Jahren die Anzahl der immunologisch-vermittelten Erkrankungen stetig zunimmt, z.T. auch deshalb, weil in den letzten Jahren viele Erkenntnisse zum Krankheitsablauf hinzugewonnen wurden. Bei vielen Erkrankungen liegen s.g. Autoaggressionen vor, was bedeutet, dass sich teilweise das eigenen Immunsystem gegen eigene Zellstrukturen etc. richtet und dabei Entzündungsvorgänge in Gang gesetzt werden, die dann zu Symptomen führen; so z.B. bei der Schuppenflechte, Neurodermitis, Kreisrundem Haarausfall, aber auch Diabetes etc.. 

Ganz grundsätzlich wäre damit auch denkbar, dass sich bei entsprechender Disposition bei einem Patienten auch mehrere solcher immunologischer Ereignisse entwicklen, so z.B. weil ein hochregulierter Botenstoff bei mehreren Erkrankungen eine wichtige Rolle spielt.

Die Frage ist, hat dieses Wissen letztlich eine Konsequenz (z.B. bei Patienten, die eine Schuppenflechte, eine Psoriasis-Arthritis und eine Chronik. entzündliche Darmerkrankung parallel haben, weil dann mit einem Medikament mehrere Erkrankungen behandelbar sind) und sucht man nur nach einem Zusammenhang, um der Erklärung willen ("Ursachensuche"), dann ist es "nice to know", bringt den Patienten aber nicht wirklich weiter.

Leider sehe ich bei den von Ihnen aufgelisteten Erkrankungen keinen gemeinsames Behandlungsansatz.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. med. Ralph von Kiedrowski

 

 

Dr. Ralph von Kiedrowski

Umstellung von Cicloscorpin 100mg 2xtäglich auf Metex Pen 15mg

Pso an den Händen .Nach der 2. Spritze habe ich einen Riesenschub. Was vorher kleinere Stellen waren sind nun beide Hände stark betroffen mit Pusteln und es brennt wie Feuer !

Anonym

Sehr geehrte Frau,

Cyclosporin ist ein alt bewährtes Mittel in der Psoriasis Therapie. Es zeichnet sich dadurch aus, dass es schnell wirkt und einen hohen Therapieerfolg hat. Dennoch zeigt es einige Nebenwirkungen auf. So sollte die dauerhafte Gabe vermieden werden. Denn oftmals wird von Bluthochdruck und im späteren Leben über weißen Hautkrebs bei Langzeitanwendung berichtet.

Hier scheint Methotrexat die bessere Alternative. Natürlich kann es passieren, dass nach Absetzen des Cyclosporins, Sie erst einmal einen Schub der Psoriasis erleben. Das ist natürlich nicht schön, dennoch würde man versuchen mit einer guten Lokaltherapie also Salbe und Creme diesen Schub zu mindern bis die Wirkung von Methotrexat einsetzt.

Ich würde mir wünschen, dass dies bei Ihnen schnell passiert.

In der Regel sind es 6 Wochen bis erste positive Ergebnisse zu erkennen sind. Ich drücke ihn sehr die Daumen.

Mit besten Grüßen

D. Wilsmann-Theis

 

Dr. med. Dagmar Wilsmann-Theis

Ich habe durch die Schwangerschaft eine ganz extremen Schub,auch im Gesicht. Was kann ich tun?

Schuppenflechte seit dem 5. Lebensjahr

Anonym

Sehr geehrte Frau F.,

vielen Dank für Ihre Frage,

tatsächlich ist es im Rahmen einer Schwangerschaft und den damit einhergehenden Hormonveränderungen möglich, dass sich eine Schuppenflechte insgesamt in der Ausprägung verbessert, oder -wie bei Ihnen leider- auch mal verschlechtert. Eine genaue Vorhersage ist dabei nicht möglich, auch nicht in welcher Schwangerschaftsphase ggf. Probleme auftreten. Nur ein stets positives Statement ist möglich: die Schuppenflechte selbst wirkt sich nichtnegativ auf die Entwicklung des Kindes aus.

Wie bei vielen anderen Medikamenten auch, sind in Abhängigkeit vom Schwangerschaftsalter (1., 2. oder 3. Trimenon) viele Medikamente nur bedingt oder garnicht im Rahmen der Schuppenflechten-Behandlung einsetzbar. Kontrollierte Studien liegen überhaupt nicht vor, wenn, dann nur Erfahrungsberichte. Die meisten Daten finden Sie (und Ihre behandelnden Ärzte) unter www.embryotox.de .

Grundsätzlich wird sich eine Behandlungsempfehlung vor allem nach der Schwere der Schuppenflechte und dem Zulassungsstatus des Medikamentes richten. Strikt verboten sind Substanzen wie Acitretin oder Methotrexat (beides innerlich-wirkende Medikamente), auch Immunsupressiva sind eher kritisch zu sehen. Äußerlich wirkende Substanzen wie niedrig-potente Kortison-Cremes oder auch UVB-Belichtungen, wie sie für die von Ihnen geschilderten Hautveränderungen im Gesicht ja durchaus in Betracht kommen, sind in Absprache mit Ihrem Haut- und Frauenarzt ggf. eine Option.

Ich wünsche Ihnen weiterhin eine schöne Schwangerschaft und verbleibe,

mit freundlichen Grüßen

Dr. med. Ralph von Kiedrowski

 

 

 

 

 

Dr. Ralph von Kiedrowski

Kann Psoriasis wegen fehlender Hormone auftreten? Z. B. Hormone die Frauen in der Schwangerschaft bilden oder erzeugen?

Ich und meine Frau haben 3 Kinder. Obwohl meine Frau die Psoriasis schon vor der ersten Schwangerschaft hatte, hatte sie während dessen keinen einzigen Fleck mit Schuppen am Körper oder Kopf.

Anonym

Sehr geehrter Herr,

Das ist eine sehr interessante Frage, die letztendlich noch nicht genau erforscht ist. Es gibt Anzeichen dass die Hormone, Einfluss auf den Verlauf der Psoriasis nehmen. So ist es auffällig, dass in den meisten Fällen die Schuppenflechte während der Schwangerschaft besser wird. Somit scheinen Östrogene einen positiven Effekt auf die Schuppenflechte zu haben.

Doch nicht nur bei der Frau scheinen die Hormone, sich auf die Schuppenflechte auszuwirken, sondern neue Publikationen zeigen auch einen Einfluss beim Mann. So kann ein Testosteronmangel zu einer Verschlechterung der Schuppenflechte führen.

Leider gibt es noch keine harten Daten dafür. So dass man aktuell nur von ersten Vermutungen sprechen kann. Diese Daten zu generieren ist deshalb so schwierig, da insbesondere bei der Frau die Hormone sehr stark schwanken und abhängig vom Alter und von den aktuellen Hormoneinnahme sind.

Auch Stress kann Hormone beeinflussen und diese wiederum die Schuppenflechte. Es ist also eine komplexe Geschichte um die Schuppenflechte, die ins genaue Detail noch weiter analysiert werden muss. Aber die Annahme, dass die Hormone dort einen Einfluss nehmen, halte ich persönlich sehr wahrscheinlich.

mit besten Grüßen

D.Wilsmann-Theis

 

 

Dr. med. Dagmar Wilsmann-Theis

 

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