Im Dialog

Im Dialog: Ihre Fragen und unsere Antworten rund um das Thema Psoriasis

Patienten fragen – Experten antworten: Stellen Sie hier Ihre persönliche Frage zum Thema Schuppenflechte (Psoriasis), egal ob als Patient oder Angehöriger. Die Dermatologen Dr. Ralph von Kiedrowski, Dr. Dagmar Wilsmann-Theis, Priv.-Doz. Dr. Thomas Rosenbach und Prof. Dr. Uwe Gieler haben sich auf die Behandlung von Psoriasis-Patienten spezialisiert und stehen Ihnen als Experten zur Verfügung. Gerne beantwortet diese Gruppe Ihre Fragen und steht Ihnen mit wertvollem Rat zur Seite.

Experte: Dr. Ralph von Kiedrowski, Dr. Dagmar Wilsmann-Theis,  Priv.-Doz. Dr. Thomas Rosenbach und Prof. Dr. Uwe Gieler
Dr. med. Ralph von Kiedrowski, Dr. med. Dagmar Wilsmann-Theis, Prof. Dr. med. Uwe Gieler, PD Dr. med. Thomas Rosenbach

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Kann SLE Behandlung mit Quensyl bei Psoriasis fortgeführt werden oder wäre MTX besser?

Ich habe zu Hashimoto vor 13 Jahren SLE bekommen. Seit ca 2 Jahren habe ich Tüpfelnägel, sich teilweise ablösende Nägel, schuppende Haut an den Handflächen und den Füssen. Um für meinen Rheumatologen eine evtl. Psoriasis Arthritis zu verifizieren oder ausschliessen zu lassen, war beim Röntgen der Hände Arthrose und Osteoporose festgestellt worden, aber keine Anzeichen einer Arthritis.

Ich werde zZ mit Prednisolon und Quensyl behandelt. Wäre es sinnvoll, Quensyl gegen MTX auszutauschen?

Danke!

. K.

Sehr geehrte Frau,

das scheint mir ein sehr komplexer Fall bei Ihnen zu sein. Es ist fraglich, ob Sie wirklich eine Psoriasis haben oder ob das alles Auswirkungen des Lupus erythematodes ist.

Das kann ich von hier aus nicht beurteilen, das scheint auch für Ihre behandelnde Ärzte nicht ganz einfach. 

Es ist vorstellbar, dass Quensyl und auch das Kortison, die Schuppenflechte, für die Sie vielleicht in Ihrem Erbgut eine Neigung haben, mithervorgerufen haben.

Wenn Ihre Ärzte einen Wechsel auf Methotrexat empfehlen, so kann ich dem zustimmen. Es könnte Sinn machen, man muss aber alles im Blick haben, insbesondere, ob die Niere in Ordnung ist. MTX hilft bei der Psoriasis definitiv besser als Quensyl und es kann auch beim Lupus hilfreich sein.

Am Ende müssen Sie das aber mit den behandelnden Kollegen besprechen.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie zusammen mit Ihrem Arzt die richtige Entscheidung treffen können.

mit besten Grüßen

D.Wilsmann-Theis

 

Dr. med. Dagmar Wilsmann-Theis

Haben Milchprodukte einen besonderen Einfluss auf die Schuppenflechte

Guten Tag,


ich leide seit meinem 15. Lebensjahr an Schuppenflechte, jetzt bin ich 38 Jahre alt und vor ein paar Jahren kam PA mit dazu. Beides ist im Winter stärker als im Sommer. Bei Beschwerden nehme ich Arcoxia. Nun war ich von Februar bis Juni in Südamerika unterwegs und nach etwa 4 Wochen war ich komplett beschwerdefrei und alle Stellen waren weg. Das hab ich noch nie gehabt! Ausser Stressfreiheit kam mir nur eine Umstellung der Diät als Auslöser in Betracht, v.a. Milchprodukte

T. D.

Themen: Ernährung

Sehr geehrter Herr Dierschke,

vielen Dank für Ihre interessante Frage, deren Beantwortung jetzt leider (aus verschiedenen) Gründen sehr lange gedauert hat. Entschuldigen Sie!

Grundsätzlich ist Ihre Vermutung aber zu verneinen. Ein direkter Einfluss von Nahrungsmitteln auf die Schuppenflechte und/oder die Schuppenflechten.Gelenkbeteiligung ist nicht gegeben. Eine etwaige Unverträglichkeit oder gar Allergie und die Ausschüttung von IgE kann nicht die bekannten immunologischen Mechanismen der Psoriasis auslösen oder unterhalten.

So erfreulich die starke Verbesserung Ihrer Erkrankung auch ist, ich würde sie den Faktoren der klimatischen Änderungen (UV-Licht/Sonne) und der ggf. auch Stress-Reduktion im Urlaub zuschreiben.

Ich wünsche Ihnen, dass dieser Effekt möglich lange vorhält, ansonsten gibt es auch in unseren Breiten effektive Behandlungsmöglichkeiten, über die Sie auch auf dieser Internetpräsenz einiges erfahren können

Beste Grüße, Ihr

Dr. von Kiedrowski

 

Dr. Ralph von Kiedrowski

Sehr geehrte Doktoren, ich leider seit knapp 9 Monaten an Schuppenflechte. Hatte im Oktober 2016 eine GebärmutterEntfernung und seit dem hab ich das.

Starker Befall auf der Kopfhaut, An der Pobacke, Ellebogen beidseitig, linkes Knie, und ganz viele stellen über den Ganzen Körper verteilt (diese sind nicht so groß) habe schon salben durch und Lösungen aber nichts hat bis jetzt eine Besserung gebracht. fühle mich sehr eingeschenkt und gefangen in der Erkrankung da Unternehmungen wie Schwimmbad nicht möglich sind. Ich fühle mich nicht wohl und möchte fragen was ich an Möglichkeiten habe zur anderen Behandlungen die Krankenkassen übernehmen..

M. S.

Sehr geehrte Frau Schaller,

so wie Sie es beschreiben hilft die äußerliche Behandlung allein nicht weiter. In diesem Fall würde man die äußere Behandlung (z.B. in Form einer Vitamin D3- und Kortison- haltigen Kombinationstherapie) mit einer UVB - Ganzkörper Lichtbestrahlung verbinden. Die UVB - Lichtbestrahlung hilft gerade bei den vielen kleinen Psoriasisstellen gut, da man diese ja oft nicht alle eincremen kann. 

Ist mehr als 10% der Körperoberfläche (ihre Handfläche entspricht dabei 1% ihrer Körperoberfläche) betroffen und der PASI (Schweregradmesswert der Schuppenflechte) größer als 10, kann man zusätzlich zur äußerlichen Behandlung eine Balneophototherapie starten. Nach einem Bad in Salz wird ihre Haut mit UVB Licht bestrahlt. Die Balneophototherapie ist wirksamer als die UVB Lichttherapie allein. 

Alternativ kann man einer innerliche Behandlung beginnen. Am häufigsten wird mit Fumaraten (ein Salz, das auch natürlich im Körper gebildet wird) gestartet. Daneben kann man Methotrexat behandeln, Tabletten oder Spritzen, die einmal wöchentlich genommen werden.  All diese Behandlungen werden von den Krankenkassen übernommen. Besprechen Sie es mit ihrem Hautarzt.

Mit freundlichen Grüßen und Wünschen zur guten Besserung,

Ihr Thomas Rosenbach

 

 

PD Dr. med. Thomas Rosenbach

Ich habe seit 1 J, ca. unter den Brüsten immer wieder rote Stellen di stark jucken. Fladen bilden

Was kann ich speziell machen?

Rote Flecken( Fladen) unter beidem Brüsten hellrot bis dunkelrot , juckend

Manchmal behandle ich die Flecken mit Babypuder, das ninmt den Juckreiz,dann läßt die Rötung auch nach

Manchmal hilft das nicht.Dann muss ich auf eine Psoriasis Salbe zurückgreifen.(Cortison )

Gibt es eine Alternative?

Z. M.

Sehr geehrte Frau M.,

es handelt sich um eine Psoriasis inversa (umgedrehte Schuppenflechte). Sie tritt auf an Stellen bei denen Haut auf Haut liegt und es feucht ist. Typisch sind gerötete Haut, Schuppen fehlen und es juckt oft. Häufig siedeln sich an diesen Stellen zusätzlich Hefepilze an.

Wichtig ist es diese Regionen trocken zu halten, z.B. durch lauwarmes Fönen nach dem Duschen. Das Einlegen von dünnen Mullstreifen ist ebenfalls hilfreich. Zur Behandlung kommen leichte kortisonhaltige Cremes in Frage, oft zusammen mit einem Antipilzwirkstoff. Diese Wirkstoffe können auch in einer Zinkpaste kombiniert werden, die die Haut mit einem Schutzfilm überzieht. Hautärzte verschreiben diese Cremes und Pasten gerne als dermatologische Rezeptur.  

Alternativ kann man reine Antipilz - Cremes oder Zinkpasten verwenden, deren Wirkung aber manchmal nicht befriedigend ist. 

In der Hoffnung etwas weitergeholfen zu haben,

verbleibe ich mit freundlichen Grüßen, Ihr Thomas Rosenbach

 

PD Dr. med. Thomas Rosenbach

Kann man diese Krankheit heilen ?

eine einfache Schuppenflechte ,ca 5 mark große Stellen am bauch.

B. W.

Sehr geehrte Frau Walendzik,

die einfache Antwort auf Ihre klare Frage, für die ich sehr danke, heißt: leider nein.

Heilen können wir eine Schuppenflechte auch heute nicht und es muss wohl auch bezweifelt sein, dass vor dem genetischen Hintergrund eine Heilung jemals erreicht werden kann.

Aber dies gilt ja leider für viele Erkrankungen; was nicht bedeutet, dass es nicht gute Behandlungsmöglichkeiten gibt, die zumindest eine äußerliche Erscheinungsfreiheit erreichen können. Nach Ihrer Schilderung besteht bei Ihnen eine "Plaque-Psoriasis", die sehr gut mit äußerlichen Medikamenten (1x täglich abends) zu behandeln ist. Un d auch das momentan sonnige Sommerwetter kann zusätzlich helfen, nur bitte Sonnenbrände vermeiden.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Ralph von Kiedrowski

 

Dr. Ralph von Kiedrowski

Psoriasis - Pustelosa, welche Möglichkeiten um einen Schub zu vermeiden

Hallo, bin nun 53 Jahre, seit ca. 8 Jahren habe ich eine sehr leichte Form der Pustelose gehabt, nun nach einer Mandelentzündung kam ein enormer Schub an Händen und Füßen. So dass ein 10-tägiger Krankenhaus Aufenthalt nötig war.

Was kann ich vorbeugend tun, damit ein neuer Schub vermieden wird. Bisher kamen die Pusteln nur vereinzelt und sporadisch, damit konnte ich recht gut leben.

Freue mich über Vorschläge.

Gruß Robert H.

R. H.

Sehr geehrter Herr R.,

Mit der Psoriasis Pustulosa Palmoplantaris haben sie sich leider eine der schwierigsten Psoriasisformen "herausgesucht". Diese Form ist äußerst hartnäckig und reagiert nicht so gut auf die Systemtherapienwie sie bei der anderen Form, der Plaqueform der Psoriasis, angewandt wird.

Außerdem sind nicht alle Therapien hierfür zugelassen, die Standardtherapie sind Vitamin A -Säurepräparate als Tablette, und eine spezielle Form der Lichttherapie.

Ein sehr guter Ansatz von Ihnen, ist zu überlegen, wie man Provokationsfaktoren für diese Erkrankung meiden kann. Die Mandelentzündung gehört dazu, ähnlich wie die Parodontitis, also die Zahnfleischentzündung, von der man weiß, dass primär Raucher diese haben.

Daher ist die Aufgabe des Nikotinkonsums, sofern er bei Ihnen vorhanden ist, der erste Schritt zur Meidung von Provokationsfaktoren. Man weiß nicht genau, ob eine Fehlfunktion der Schilddrüse, auch eine Rolle spielt. Dennoch ist die Untersuchung dieser sicherlich ratsam. Meist ist die Psoriasis pustulosa palmoplantaris im Sommer durch das Schwitzen etwas schlimmer als im Winter. Manche Patienten versuchen hier mit austrocknenden Handbädern entgegenzuwirken.

Um auf Ihre Frage im Detail zurückzukommen, leider gibt es kein Geheimrezept wie man Mandelentzündungen und äußere Stresssituationen, sei es psychisch oder physisch für die Haut immer meiden kann. Wichtig ist, dass man versucht eine gesunde Lebensform zu finden, und gegebenenfalls bei wiederholten Mandelentzündungen überlegt, die Mandeln entfernen zu lassen. Zudem halte ich es für wichtig, dass man frühzeitig bei Verschlechterung der Symptome mit einem Lokalsteroid (also Cortisoncreme) dem Geschehen entgegenwirkt.

mit besten Grüßen

D.Wilsmann-Theis

 

 

Dr. med. Dagmar Wilsmann-Theis

 

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