Im Dialog

Im Dialog: Ihre Fragen und unsere Antworten rund um das Thema Psoriasis

Patienten fragen – Experten antworten: Stellen Sie hier Ihre persönliche Frage zum Thema Schuppenflechte (Psoriasis), egal ob als Patient oder Angehöriger. Die Dermatologen Dr. Ralph von Kiedrowski, Dr. Dagmar Wilsmann-Theis, Priv.-Doz. Dr. Thomas Rosenbach und Prof. Dr. Uwe Gieler haben sich auf die Behandlung von Psoriasis-Patienten spezialisiert und stehen Ihnen als Experten zur Verfügung. Gerne beantwortet diese Gruppe Ihre Fragen und steht Ihnen mit wertvollem Rat zur Seite.

Experte: Dr. Ralph von Kiedrowski, Dr. Dagmar Wilsmann-Theis,  Priv.-Doz. Dr. Thomas Rosenbach und Prof. Dr. Uwe Gieler
Dr. med. Ralph von Kiedrowski, Dr. med. Dagmar Wilsmann-Theis, Prof. Dr. med. Uwe Gieler, PD Dr. med. Thomas Rosenbach

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Seit etwa 6Jahren Schuppenflechte. Viele Salben probiert und nichts hällt die Wirkung.

Die Schuppenflechte ist am ganzen Körper verteilt. Am Meißen am Bauch. Benutze Momentan Silkis und bei einem schlimmen Schub Enstilar. Vor 3Monaten war ich stationär in der Hautklinik,dort ist es innerhalb von 4Tagen völlig abgeheilt. Nach 3Wochen zu Hause mit der selben Therapie weiterhin,sah es fast genauso aus wie vorher. Ratlos. Wäre es sinnvoll über eine innere Therapie nachzudenken? Mein Hautarzt meinte ich wäre noch zu jung,allerdings wirken Salben nicht richtig und die Wirkung lässt nach

Anonym

Sehr geehrte Lara,

vielen Dank für Ihre Frage. Auch wenn die Leitlinie zur Behandlung der Schuppenflechte nur für die Psoriasis im Erwachsenenalter geschrieben wurde, gelten auch im Kindes- und Jugendalter die gleichen Prinzipien. D.h. die Behandlung richtet sich nach der Schwere der Erkrankung, beurteilt anhand der betroffenen Fläche, der Intensität der Symptome Rötung, Verdickung und Schuppung und der Beeinträchtigung der Lebensqualität.

Und natürlich sind verschiedene innerlich wirkende Medikamente auch für Patienten unter 18 Jahre (z.T. schon ab dem Kleinkindsalter!) zugelassen und auf dem Markt verfügbar (das Medikament EnstilarR übrigens nicht). Der Argumentation des Kollegen würde ich dahingehend widersprechen, das auch oder gerade betroffene Patienten im Kindes- und Jugendalter eine gute Therapie erhalten sollten, um die Auswirkungen der Erkrankung auf die soziale Entwicklung, die Schule oder Ausbildung und die Entwicklung von Begleiterkrankungen möglichst gering zu halten. Auch die nationalen Versorgungsziele haben gerade die Behandlung von Kindern und Jugendlichen als erkläret Vorgabe (und dies schon seit 2010).

Dies sollten Sie bei Ihrem nachten Hautarztbesuch unbedingt nochmals ansprechen, ggfs. auch mit Ihren Eltern zusammen; dafür wünsche ich Ihnen viel Erfolg!

Ihr 

Dr. Ralph von Kiedrowski

 

Dr. Ralph von Kiedrowski

Kann man einen starken Psoriasis Schub ausschließlich in einer Sole- Therme erfolgreich Behandeln?

ICH habe z.Z. Einen starken Psoriasis Schub am Körper und auch Kopf. Ich lebe in einem Ort mit der größten Solo- Therme in der BRD. Ist es möglich ausschließlich mit ausgiebigen Salzbädern einen Psoriasis Schub erfolgreich zu behandeln? Die Therme Becken mit 1,4%,4,0%,12% und einen Salzsee mit 27%. Nach sechsmaligen ausgiebigen Besuch ist alles rot und zum Teil entzündet. Das sehr warme Wasser (36 Grad - 12% Sole) tut meiner PNP gar nicht gut.Vielen Dank.

. P.

Sehr geehrter Herr,

Eine Psoriasis ausschließlich mit Solebädern zu behandeln, scheint mir nicht ausreichend. Unterstützend können diese gerade im Zusammenhang mit Lichttherapie sicherlich gut und sinnvoll sein. Doch auch hier muss man überlegen, dass eine dauerhafte Therapie zusammen mit der genannten Lichttherapie gegebenenfalls zu Lichtschäden an der Haut führen kann. Daher werden nach neueren Erkenntnissen eine mittelschwere bis schwere Schuppenflechte, das heißt ein Körperoberflächen Beifall von Mehr als 10%, mit Tabletten und Spritzen behandelt, dies muss natürlich individuell auf den Patienten abgestimmt sein und entsprechend mit dem Hautarzt überlegt werden.

Daher rate ich dies mit ihrem Hautarzt abzustimmen, und die Solebäder zu reduzieren, denn so wie Sie es beschreiben, scheinen diese eher das Gegenteil bei Ihnen hervorzurufen.

Mit besten Grüßen

D. Wilsmann-Theis

Dr. med. Dagmar Wilsmann-Theis

Wie kann ich meinem Körper helfen (in Form von Mineralien und Vitaminen), um bei dieser Erkrankung die ständige Hauterneuerung zu unterstützen?

Vor 3 Jahren begann bei mir die Bläschenbildung an den Händen und Versen. Mittlerweile hauptsächlich an den Versen, mit Bläschenbildung, Abschilferungen und aufplatzen der Hornhaut. Der Dermatologe verschrieb mir mehrere Salben, die keine großartige Veränderungen brachten. Selbsthilfe: fast täglich Pediküre und Sheabutter. Im schlimmsten Fall von Schrunden wickele ich die Fersen in Frischhaltefolie ein, das ermöglicht mir dann einigermaßen schmerzfreies Gehen.

G. S.

Themen: Ernährung

Sehr geehrte Frau,

diese Art der Schuppenflechte ist besonders schmerzhaft, da sie beim Gehen und Greifen behindert. Es ist als Erstes festzustellen, ob es wirklich eine Psoriasis ist oder nicht ein dyshidrosiformes Hand-und Fussekzem (ein Ekzem mit Bläschenbildung) dies kann recht ähnlich sein und kann auch mit den topischen Therapien also Salben und Cremes ähnlich behandelt werden. Insbesondere kommen häufig Kortisonsalben zum Einsatz.

Auch Lichttherapie mit einer lichtsensibilisierenden Creme sogenanntes Psoralen kann Wirkung zeigen. Sofern sie rauchen, sollten Sie dies nach Möglichkeit unterlassen, denn es ist bekannt, dass Nikotin an den Rezeptoren im Handbereich bindet und die Erkrankungen verschlechtern.

Inwieweit Mineralien und Vitamine hierauf Einfluss nehmen können, ist nicht geklärt. Einzelne Patienten berichten über eine gute Wirkung von Schüssler Salzen, doch Studien, die dies belegen liegen nicht vor.

Vitamin D Analoga in Form von Cremes und Salben kommen bei dieser Erkrankung auch schon mal zur Anwendung und können Wirkung zeigen. Ein Vitamin A-Säurepräparat in Form einer Tablette kann auch  zur Behandlung dienen. Dies sollte aber mit dem Hautarzt abgestimmt werden, da diese Form der Therapie eine regelmäßige Blutuntersuchung gerade in Hinblick auf Leber- Niere- und Fettwerte bedarf.

Ich hoffe Sie konnten hier Information finden.

Mit besten Grüßen

D.Wilsmann-Theis

 

 

 

 

Dr. med. Dagmar Wilsmann-Theis

Meine Mutter hatte mal starke Kopfschuppenflechte jetzt hat ein Rheumatologe im Blut bei mir Schuppenflechte festgestellt .

Ich war schon beim Dermatologen und der hat auch nichts festgestellt. Muss das eigentlich ausbrechen?

M. M.

Themen: Angehörige

Sehr geehrte Melanie,

Psoriasis ist eine Erkrankung, die sowohl die Haut als auch die Gelenke befallen kann. Es kann, sein dass beide Dinge befallen sind, es kann aber auch sein, dass nur die Haut oder nur die Gelenke befallen sind. Im letzteren Fall ist es sehr schwierig eine so genannte Psoriasis-Arthritis zu diagnostizieren und dies vermag oft nur der erfahrene Rheumatologe. Allein anhand von Blutwerten kann man nicht auf eine Psoriasis-Arthritis rückschließen. Es müssen auch Probleme an den Gelenken zum Beispiel  Schwellung der Gelenke und Morgensteifigkeit vorliegen. Es kann im Blut, Faktoren geben, die dafür sprechen, dass man gegebenenfalls eine Gelenk-Schuppenflechte entwickelt. Dies gilt aber nicht immer 100%ig.

Schuppenflechte kommt familiär gehäuft vor. Das wiederum heißt aber nicht, wenn die Mutter Schuppenflechte hat, dass die Tochter auch unbedingt ein Schuppenflechte bekommen muss. Das kann man nicht voraussagen,  denn der Erbgang ist sehr vielfältig.

Wenn sie also keine Veränderungen an der Haut haben, muss es nicht sein dass sie diese noch bekommen. Wenn sie keine Gelenk- Schmerzen  und Schwellungen haben, haben sie auch keine Gelenk- Schuppenflechte, allenfalls ein Blutwert der die Neigung hierzu beschreiben könnte.

Ich hoffe das dieser Aussage Ihnen weiterhilft.

Mit besten Grüßen

D.Wilsmann-Theis

 

Dr. med. Dagmar Wilsmann-Theis

Hallo

Ich,50, leide schon lange unter Psoriasis

Mir tun momentan die Schienbeine sauweh!

Unbewusst nachts blutig und wund gekratzt

Meine Lebensqualität geht gegen null.

Es schmerzt. Was kann ich tun?

Herzlichen Dank für Ihre Antwort


Mit freundlichen Grüßen

Jutta Lisa

Anonym

Hallo Jutta Lisa,

vielen Dank für Ihre Frage.

Nach Ihrer Schilderung sollten Sie natürlich schnellstens einen/Ihren Dermatologen aufsuchen und eine entsprechende Therapie einleiten. Offensichtlich kommt es durch nächtlichen Juckreiz zum (unbewussten) Kratzen in der Nacht, so würden sich die Schmerzen und die geschilderten Hautveränderungen erklären lassen. Grundsätzlich muss ggf. die Schmerzsymptomatik auch hinsichtlich einer Psoriasis-Arthritis, also der Gelenkbeteiligung bei Schuppenflechte, abgeklärt werden, je nachdem kann dies auch in Zusammenschau der ingesamt betroffenen Körperfläche neben einer äußerlichen Therapie auch eine innerliche Behandlung in Frage kommen.

In jedem Fall sollten Sie medizinische Hilfe in Anspruch nehmen, damit es Ihnen bald besser geht, dafür wünsche ich Ihnen viel Erfolg!

Dr. Ralph von Kiedrowski

 

Dr. Ralph von Kiedrowski

Meine 6.-jährige Tochter leidet seit 9 Monaten an Hautproblemen, die jetzt von zwei Ärzten als "Psoriasis" bezeichnet wurden. Bisher hilft nichts.

Hallo, im Mai 2016 fingen die Probleme an (immer mehr werdende rote, zum Teil schuppende Stellen am Körper, die auch jucken). Es folgten: Kinderarzt, Verdacht auf durch Streptokokken ausgelöste Entzündung. Antibiotika, antibiotische Hauptcreme. Keine Besserung. Überweisung an Hautarzt. Kortison-Ersatzcreme (Prednitorp) Keine Besserung. Dann Sommer - Ausschlag verschwand. Seit Dezember ist er wieder da und wir alle leiden darunter. Vor allem natürlich meine Tochter. Können Sie helfen?

M. P.

Sehr geehrte Sarah P., Liebe Mathilda,

Schuppenflechte ist keine Erkrankung des Erwachsenenalters, leider erkranken auch nicht selten Kinder und Jugendliche. Die Therapie gestaltet sich insgesamt etwas schwieriger, da eine ganze Reihe von Medikamenten erst ab dem Erwachsenen-Alter zugelassen und damit verfügbar sind.

Zur Orientierung gibt es eine Experten-Konsensus-Empfehlung, die sicherlich auch Ihrem behandelnden Hautarzt bekannt ist. Sie sollten ihn konkret darauf ansprechen. Die einzelnen Behandlungsoptionen orientieren sich an der Schwere der Erkrankung und es stehen für entsprechend schwer Betroffene auch einige der modernen biologischen Systemtherapieformen zu Verfügung.

Damit ist auch im Kindes- und Jugendalter eine Schuppenflechte gut behandelbar, ggf. wenden Sie sich an eine spezialisierte Schwerpunktpraxis. Nur nicht "den Kopf in den Sand" stecken.

mit freundlichen Grüßen

Dr. Ralph von Kiedrowski

 

Dr. Ralph von Kiedrowski

 

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