Im Dialog

Im Dialog: Ihre Fragen und unsere Antworten rund um das Thema Psoriasis

Patienten fragen – Experten antworten: Stellen Sie hier Ihre persönliche Frage zum Thema Schuppenflechte (Psoriasis), egal ob als Patient oder Angehöriger. Die Dermatologen Dr. Ralph von Kiedrowski, Dr. Dagmar Wilsmann-Theis, Priv.-Doz. Dr. Thomas Rosenbach und Prof. Dr. Uwe Gieler haben sich auf die Behandlung von Psoriasis-Patienten spezialisiert und stehen Ihnen als Experten zur Verfügung. Gerne beantwortet diese Gruppe Ihre Fragen und steht Ihnen mit wertvollem Rat zur Seite.

Experte: Dr. Ralph von Kiedrowski, Dr. Dagmar Wilsmann-Theis,  Priv.-Doz. Dr. Thomas Rosenbach und Prof. Dr. Uwe Gieler
Dr. med. Ralph von Kiedrowski, Dr. med. Dagmar Wilsmann-Theis, Prof. Dr. med. Uwe Gieler, PD Dr. med. Thomas Rosenbach

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Ich betreue einen syrischen Flüchtling der nach einem Gefängnisaufenthalt und Folter aus Syrien geflohen ist

Dieser junge Mann hat seither eine Schuppenflächte die immer

wieder stärker wird wenn er Angst hat z. B. bei Prüfungen und vor neuen

Situationen. Ich möchte ihm so gerne helfen. was kann ich tun.

Anonym

Themen: Angehörige

Sehr geehrter Herr,

zunächst einmal großen Dank dass sie sich um den jungen Mann kümmern. Das ist das Wichtigste, was Sie tun können. Er braucht medizinische Hilfe, und dass in zweierlei Hinsicht. Zum einen braucht er einen Hautarzt zum anderen einen Psychologen/Psychotherapeuten/Psychosomaten, um das traumatisierte Erlebnis verarbeiten zu können. Denn ein Zusammenhang zwischen diesen Stressfaktoren und der Schuppenflechte liegt auf der Hand.

Wenn der Befall stark ausgeprägt ist also mehr als 10 % der Körperoberfläche, wäre sicherlich auch ein stationärer Aufenthalt zu überlegen, denn hier kann er die Therapien, die angewandt werden müssen, besser erlernen. Das größte Problem in der Behandlung der Flüchtlinge ist das Sprachproblem. Es ist sehr schwierig, eine gute Therapie zu vermitteln, wenn man die Sprache nicht spricht. Es ist daher ratsam, dass Sie versuchen bei den Arztbesuchen einen Dolmetscher zu organisieren. Das alles ist sicherlich eine große Herausforderung. Aber andere Lösungsansätze habe ich momentan leider nicht. Dennoch hoffe ich, dass sie weiterhin die Geduld haben diesen jungen Mann zu unterstützen. 

Mit besten Grüßen

D. Wilsmann-Theis

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Dr. med. Dagmar Wilsmann-Theis

Wie kann ich meine Schuppenflechte an den Handinnenflächen behandeln.

Ich habe nunmehr seit 6 Jahren Schuppenflechte an den Handinnenflächen. War schon in der Nordseeklinik in Sylt,habe schon alles Versucht , Die Uni Klink Mainz konnte man mir auch nicht weiterhelfen. Die Haut reißt auf ich habe schmerzen . Creme mit und ohne Kortison helfen auch nur kurzfristig weiter. Was gibt es noch für Möglichkeiten. Gibt es Ärzte die sich auf Schuppenflechte spezialisiert haben und mir weiter helfen könne. Mit freundlichen Grüßen Margit Fesser

M. F.

Sehr geehrte Dame,

Der Befall an Händen und Füßen ist nicht nur vom Aussehen her belastend, sondern auch funktionell. Die Veränderungen an den Händen und Füßen schmerzen im Alltag. Das Greifen und Gehen werden dadurch sehr schwierig und die  Haut reißt ein. Daher sollte man die Haut möglich weich halten, mit z.B. Schmierseifenbädern und viel rückfettenden Cremes ggf unter Folienhandschuhen über Nacht.

Das sind die rein pflegerischen Massnahmen, weitere medizinisch therapeutische Massnahmen beziehen das Auftragen von Kortisoncremes ein oder/und die Durchführung einer Lichttherapie, sogenannte Creme PUVA . Auch wie oben gesagt, die Körperoberfläche insgesamt bei der Psoriasis palmoplantaris so heißt die Hand und Fussschuppenflechte geringer ist, ist es für die Betroffenen sehr beeinträchtigend wenn Hände und Füße befallen sind und dies kann in manchen Fällen auch zur Notwendigkeit einer Systemtherapie also Anwendung von Tabletten oder Spritzen spezielle gegen Schuppenflechte führen. Das muss aber zusammen mit dem behandelnden Arzt besprochen und entschieden werden.

mit besten Grüßen und Wünschen

D.Wilsmann-Theis

 

 

 

 

Dr. med. Dagmar Wilsmann-Theis

Mein Mann hat eine sehr starke rheumatische Schuppenflechte. Sein ganzer Körper ist befallen und das so stark, dass er an schlimmen Tagen starke Schmerzen hat.

Nun ist es so, dass er durch diese Krankheit in so einer psychischen Falle ist, dass er sich weder vor mir noch vor anderen Menschen zeigt und dementsprechend extrem in seiner Lebensqualität eingeschränkt ist. Er traut sich seinen Körper niemanden zu zeigen und hat Angst auch bei einem Arzt seine Haut zu zeigen. Ich habe jetzt im Netz verschiedene Seiten durchsucht und bin auf keine Seite gestoßen, wo ich die Möglichkeit habe Fragen zu stellen, Hilfe zu bekommen (z.b. Selbsthilfegruppen in der Nähe) oder Tipps, wie ich helfen kann. Ich würde mich über eine Antwort sehr freuen.

A. D.

Sehr geehrte Anne,

Das ist ja eine schreckliche Lage, in der Sie sich mit ihrem Mann befinden. Denn nicht nur der Betroffene leidet, sondern auch die Angehörigen, die wie Sie, helfen möchten.

Das größte Problem für ihren Mann scheint die Überwindung, sich einem Arzt vorzustellen. Ich denke, dass ihre Vorgehensweise, sich zunächst an eine Selbsthilfegruppe zu wenden, geschickt ist. Doch am Ende des Tages, kommt er nicht, um die Vorstellung bei einem Arzt drumherum. Ich denke, er sollte sich dann vergewissern, dass er bei einem Spezialisten für Psoriasis landet.

Die Haut und die Gelenke müssen adäquat behandelt werden. Nur so kann er wieder aus der Falle befreit werden.  In ganz vielen Fällen löst das die Angst des Patienten und lässt ihn auch über seine psychischen Probleme reden. Oftmals ist dies im Rahmen einer rehabilitativen stationären Maßnahme am besten machbar, geht aber auch ambulant.

Sicherlich könnte bei solch einem starken Befall auch eine Systemtherapie mittels Spritzen oder Tabletten zur Anwendung kommen, das muss natürlich dann mit dem Arzt besprochen werden.

Ich denke, dass Ihnen das auch die Selbsthilfegruppe raten wird. Es gibt der sicherlich verschiedene und alle kenne ich nicht und wenn ich nun eine nenne, dann weil ich zu diesen Kontakt habe und nicht, weil andere schlechter sind.

Da gibt es besispielsweise den Deutschen Psoriasisbund, wenn Sie dort anrufen, bekommen Sie die Selbsthilfegruppe in ihrer Nähe genannt. Eine andere ebenso engagierte Gruppe ist die SHG, Selbsthilfegemeinschaft Haut e.V..

Ich drücke Ihnen sehr die Daumen, dass Sie und Ihr Mann, Hilfe finden.

mit besten Grüßen

D.Wilsmann-Theis

 

Dr. med. Dagmar Wilsmann-Theis

Welche Produkte kann ich als Basispflege verwenden?

Psoriasis nach Infekt seit ca. Vier Monaten . Behandlung mit fucidine erfolglos,dann amoxicillin und jetzt daivobet einmal täglich, wird besser aber was kann ich ergänzend dazu als basispflege benutzen, der hauarzt hat nur das akute Problem behandelt und nächster Termin ist erst im November. Habe allg. Extrem trockene Haut

Anonym

Themen: Hautpflege

Sehr geehrte Damen und Herren,

zur Behandlung der trockenen Haut gibt es verschiedene Produkte und man kann kein eindeutiges Produkt nennen. 

Man muss sicherlich einige Dinge ausprobieren, um das richtige Produkt zu finden.

Dabei sollte man aber auch auf einige Sachen außerhalb des reinen Cremens achten. Zum Beispiel liegt es auf der Hand das genug getrunken (Wasser ungesüßte Tees etc.) werden sollte, Auch sollte man nicht zu lange und zu heiß duschen bzw. nicht zu oft duschen. Gegebenenfalls reicht dies zweimal wöchentlich. Wenn viel Sport betrieben wird, verständlich dass mehr geduscht werden sollte dann aber  darauf achten dass Duschsyndets in Form von Ölen benutzt werden. Zum Baden bieten sich Kleopatrabäder an, das sind Bäder mit Olivenöl und Milch. Wenn eine starke Schuppung vorliegt, könnte ein Schmierseifenbad zur Besserung führen.

Auch sollte man abklären, ob nicht zum Beispiel noch eine innere Erkrankung vorliegt z.B. ob die Schilddrüse in Ordnung ist, dies kann auch bei Fehlsteuerung zur trockenen Haut führen.

Als Substanzen zur Pflege bei trockener Haut sollte man auf ggf als Inhaltsstoff auf Ceramide oder Glycerin achten in den Cremes oder auch beigefügt Urea oder Dexapanthenol. Das muss immer etwas individuell abgestimmt werden. Doch da kann man beim Kauf der Produkte schon mal seine Aufmerksamkeit drauf lenken. Wenn starker Juckreiz vorliegt, kann auch ein Gemisch mit Polidocanol hilfreich sein.

mit besten Grüßen

D.Wilsmann-Theis

 

 

Dr. med. Dagmar Wilsmann-Theis

Psoriasis Arthritis ?

Ich habe seit 25 Jahren leichte-mittelschwere Psoriasis, ich bin nun 43 Jahre alt. Bisher nur äusserliche Therapie. Seit 10 Tagen hatte ich nun 2x morgens Schmerzen im Zeigefinger der rechten Hand, konkret am Fingergrundgelenk mit leichter Schwellung, nicht gerötet und nicht warm. In Ruhe keine Schmerzen jedoch bei Bewegung .Ich habe nun bei meinem Hautarzt einen Termin. Falls die tatsächlich Arthritis sein sollte: Ab wann sollte diese behandelt werden? Soll ich noch abwarten? Frau M.

Anonym

Sehr geehrte Patientin,

natürlich ist es wichtig, diesen akuten Beschwerden auf den Grund zu gehen, denn bis zu 30 % der Schuppenflechten-Patienten können im Verlauf ihrer Erkrankung auch eine Gelenkentzündung ausbilden. Sollte diese bei Ihnen vorliegen, ist "Abwarten" sicherlich keine gute Strategie, denn eine länger bestehende Arthritis kann  zu bleibenden Gelenkschäden führen. Dazu sollte es bei den heutigen Therapieoptionen nicht mehr geben. Wichtig dabei ist vor allem eine frühe Diagnosstellung und eine konsequente Therapie.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Ralph von Kiedrowski

Dr. Ralph von Kiedrowski

Ich wohne im Kreis Altenkirchen. Wo finde ich einen Hautarzt ohne monatelange Wartezeit?

Ich habe Schuppenflechte am ganzen Körper. Die Beine und der Bauch sind am meisten befallen. Ich benutzte jeden Tag eine Cortisonsalbe die meine Hausärztin verordnet hat. Ich wohne im Kreis Altenkirchen. Wo finde ich einen Hautarzt der sich mit Schuppenflechte auskennt und wo ich nicht drei Mobate auf einen Termin warten muss? Was kann ich tun bzw. wo kann ich hin gehen?

Vielen Dank

MK

 

Anonym

Sehr geehrte Patientin,

vielen Dank für Ihre Frage, die in  unserem Gesundheitssystem sicherlich häufig im Raume steht.

Bei der Suche nach einer spezialisierten Hautarztpraxis ist heute das Internet eine gute Option. So bietet nicht zuletzt auch unsere Homepage eine spezielle Hautarztsuche. Viele Schwerpunktpraxen sind zudem in s.g. Psoriasis-Netzten organisiert, davon existieren in Deutschland aktuell 29 Netze. Spezialiserte Praxen haben als sichtbares Zeichen ihrer Qualifikation zudem häufig aus das Zertifikat "Psoriasis" der Deutschen  Derm,atologisvhen Akademie erworben.

Auch das Magazin Fokus Gesundheit ermittelt jährlich ausgewiesene Spezialisten.

Über die Dringlichkeit und damit auch die Wartezeit auf einen Facharzttermin e tscheidet letztlich die Krankheitsschwere. Unser Gesundheitssystem garantiert nach hausärztlicher Sichtung und Akut-Überweisung einen Facharzttermin innerhalb von 4 Wochen, vermittelt über die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen. Allerdings muss dies nicht zwingend ein Psoriasis-Spezialist sein. Darüber hinaus können dringliche Erkrankungsfälle imm er aUCH KOLLEGIAL GEREGELT WERDEN.

Mit freundlichen Grüßen 

Dr. Ralph von Kiedrowski

Dr. Ralph von Kiedrowski

 

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