Im Dialog

Im Dialog: Ihre Fragen und unsere Antworten rund um das Thema Psoriasis

Patienten fragen – Experten antworten: Stellen Sie hier Ihre persönliche Frage zum Thema Schuppenflechte (Psoriasis), egal ob als Patient oder Angehöriger. Die Dermatologen Dr. Ralph von Kiedrowski, Dr. Dagmar Wilsmann-Theis, Priv.-Doz. Dr. Thomas Rosenbach und Prof. Dr. Uwe Gieler haben sich auf die Behandlung von Psoriasis-Patienten spezialisiert und stehen Ihnen als Experten zur Verfügung. Gerne beantwortet diese Gruppe Ihre Fragen und steht Ihnen mit wertvollem Rat zur Seite.

Experte: Dr. Ralph von Kiedrowski, Dr. Dagmar Wilsmann-Theis,  Priv.-Doz. Dr. Thomas Rosenbach und Prof. Dr. Uwe Gieler
Dr. med. Ralph von Kiedrowski, Dr. med. Dagmar Wilsmann-Theis, Prof. Dr. Uwe Gieler, PD Dr. med. Thomas Rosenbach

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Thema Haarentfernung

Was ist besser rasieren und epilieren bei rasieren rasiere ich ja die Schuppen weg bei epilieren zieh ich ja Haare raus und zieh dabei auch Haut ab aber was ist besser

L. S.

Themen: Hautpflege

Sehr geehrte Frau S.,

vielen Dank für Ihre Frage. Zunächst mal sei grundsätzlich darauf hingewiesen, das die regelmäßige Rasur ggf. Ihr Problem der unerwünschten Beinbehaarung sogar noch verstärken kann. 

Was hingegen die Beeinflussung der Schuppenflechte selbst angeht, spielt das Irritationspotential Ihrer Epilationsmethode die wohl größte Rolle. Meines Erachtens verursacht das "Zupfen" die größere mechanische Irritation der Haut (im Vergleich zu einer Rasur) und könnte damit Ihre Schuppenflechte verschlechtern (Kölner-Phänomen). Sprechen Sie besser mit Ihrem Hautarzt mal über dauerhafte Laser-Epilationsmethoden.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. med. Ralph von Kiedrowski

 

Dr. Ralph von Kiedrowski

zu Nagelpsoriasis

Ich leider seit 3 Jahren ausschließlich unter Nagelpsoriasis an den Fingern. Die Nägel heben sich vom Nagelbett ab, sind gelblicher geworden und unter dem Nagel sind Schuppen. Sililevo hat bisher nichts wirklich gebracht. Ich fühle mich nur wohl, wenn ich ab und zu farbllichen Nagellack auftrage. Jedoch sehen die Nägel trotz Sililevo und Unterlack nach dem Abtragen noch schrecklicher aus. Können Sie mir weiterhelfen?

B. L.

Sehr geehrte Frau,

die Nagelpsoriasis ist eine der schwierigsten zur behandelnden Psoriasisform, denn über die befallenen Herde legt sich der Nagel, sodass man nicht einfach mit einer Creme an die betroffenen Stellen herankommen kann. 

Auch der Nagel wird dadurch destruiert. Die Nagelpsoriasis ist häufig, sie kommt bei über 50% der Psoriasispatienten vor. Noch häufiger bei den Patienten, die eine Gelenkbeteiligung im Rahmen der Schuppenflechte haben. Daher ist es immer wichtig, solche Patienten zu fragen, ob sie Gelenkbeschwerden haben. Dies sollte bei Ihnen auch getan werden. Treten schon mal geschwollene Finger auf, so sollte der Rheumatologe aufgesucht werden. Dann kann auch eine Systemtherapie also Spritzen oder Tabletten gegen die Schuppenflechte angewandt werden. Hiermit kann gleichzeitig die Nagelpsoriasis eine Besserung finden.

Wenn dies bei Ihnen nicht der Fall ist, kann, wenn alle Salbentherapien ausgeschöpft sind und der Leidensdruck groß ist, dennoch solch eine Systemtherapie überlegt werden.

Ich kann mir aber vorstellen, dass man noch eine lokale Möglichkeit  bei Ihnen hat. Denn es könnte noch Lösungen oder Kombinationen mit Cortison und Vitamin D Präparaten probiert werden. Dies hilft nur wenn man es konsequent täglich über einen längeren Zeitraum von mindestens 4-6 Monate aufträgt. Diese Therapieoption sollten Sie noch mit ihrem Dermatologen besprechen.

mit besten Grüßen

D.Wilsmann-Theis

 

 

Dr. med. Dagmar Wilsmann-Theis

Steht zwischen den Krankheiten ein Zusammenhang. Wer hilft mir wirklich Uniklinik Köln kann man vergessen. Bin bei der TK versichert

Ich bin 53 Jahre und habe folgende Krankheiten:

Pollen/Stauballergie, Morphea, Anzeichen einer Sklerodermie, Aachalsie, Bindegewebe Zersetzung und nun seit 3 Monaten die Schuppenflechte. Die ist bei mir im Intimbereich, Kopf, Brust und teilweise Handfläche. Dermatopsalbe hilft nicht.

Ich rauche und trinke nicht, auch esse ich selten Fleisch. Habe meine Essgewohnheiten meiner Achalsie angepasst. Geh viel spazieren Größe 160, Gewicht 52 kg.

Würde mich freuen von Ihnen zu hören

Susanne

S. S.

Sehr geehrte Frau S.,

vielen Dank für Ihre interessante Frage, auf die es aber keine so einfache, wenn überhaupt eine Antwort gibt.

Ganz allgemein kann man sagen, dass seit Jahren die Anzahl der immunologisch-vermittelten Erkrankungen stetig zunimmt, z.T. auch deshalb, weil in den letzten Jahren viele Erkenntnisse zum Krankheitsablauf hinzugewonnen wurden. Bei vielen Erkrankungen liegen s.g. Autoaggressionen vor, was bedeutet, dass sich teilweise das eigenen Immunsystem gegen eigene Zellstrukturen etc. richtet und dabei Entzündungsvorgänge in Gang gesetzt werden, die dann zu Symptomen führen; so z.B. bei der Schuppenflechte, Neurodermitis, Kreisrundem Haarausfall, aber auch Diabetes etc.. 

Ganz grundsätzlich wäre damit auch denkbar, dass sich bei entsprechender Disposition bei einem Patienten auch mehrere solcher immunologischer Ereignisse entwicklen, so z.B. weil ein hochregulierter Botenstoff bei mehreren Erkrankungen eine wichtige Rolle spielt.

Die Frage ist, hat dieses Wissen letztlich eine Konsequenz (z.B. bei Patienten, die eine Schuppenflechte, eine Psoriasis-Arthritis und eine Chronik. entzündliche Darmerkrankung parallel haben, weil dann mit einem Medikament mehrere Erkrankungen behandelbar sind) und sucht man nur nach einem Zusammenhang, um der Erklärung willen ("Ursachensuche"), dann ist es "nice to know", bringt den Patienten aber nicht wirklich weiter.

Leider sehe ich bei den von Ihnen aufgelisteten Erkrankungen keinen gemeinsames Behandlungsansatz.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. med. Ralph von Kiedrowski

 

Dr. Ralph von Kiedrowski

Habe Schuppenflechte auf dem.Kopf und bekam Soderm Crinale, nahm es nach Vorschrift, die Lösung ist fast alle, aber Beschwerden noch zu 80 %,

Vor ca. vier Wochen bekam ich die Diagnose nach Blick Kontakt auf meine Kopfhaut. Beschwerden, Schuppen, Jucken und schmerzende Kopfhaut haben sich nur unwesentlich gebessert.

Was kann ich noch tun?

H. F.

Themen: Hautpflege

Hallo,

unterstützend wirken pyrithionzinkhaltige Shampoos oder eine Lösung mit dem Wirkstoff Dimeticon, die in der Apotheke rezeptfrei erhältlich ist. Stärker als Betamethason wirkt sonst noch Clobetasol oder die Wirkstoffkombination Betamethason mit dem Vitamin D3 Abkömmling Calcipotriol. Gute Besserung!

Mit besten Grüßen

Thomas Rosenbach

PD Dr. med. Thomas Rosenbach

Umstellung von Cicloscorpin 100mg 2xtäglich auf Metex Pen 15mg

Pso an den Händen .Nach der 2. Spritze habe ich einen Riesenschub. Was vorher kleinere Stellen waren sind nun beide Hände stark betroffen mit Pusteln und es brennt wie Feuer !

Anonym

Sehr geehrte Frau,

Cyclosporin ist ein alt bewährtes Mittel in der Psoriasis Therapie. Es zeichnet sich dadurch aus, dass es schnell wirkt und einen hohen Therapieerfolg hat. Dennoch zeigt es einige Nebenwirkungen auf. So sollte die dauerhafte Gabe vermieden werden. Denn oftmals wird von Bluthochdruck und im späteren Leben über weißen Hautkrebs bei Langzeitanwendung berichtet.

Hier scheint Methotrexat die bessere Alternative. Natürlich kann es passieren, dass nach Absetzen des Cyclosporins, Sie erst einmal einen Schub der Psoriasis erleben. Das ist natürlich nicht schön, dennoch würde man versuchen mit einer guten Lokaltherapie also Salbe und Creme diesen Schub zu mindern bis die Wirkung von Methotrexat einsetzt.

Ich würde mir wünschen, dass dies bei Ihnen schnell passiert.

In der Regel sind es 6 Wochen bis erste positive Ergebnisse zu erkennen sind. Ich drücke ihn sehr die Daumen.

Mit besten Grüßen

D. Wilsmann-Theis

 

Dr. med. Dagmar Wilsmann-Theis

Ich habe durch die Schwangerschaft eine ganz extremen Schub,auch im Gesicht. Was kann ich tun?

Schuppenflechte seit dem 5. Lebensjahr

Anonym

Sehr geehrte Frau F.,

vielen Dank für Ihre Frage,

tatsächlich ist es im Rahmen einer Schwangerschaft und den damit einhergehenden Hormonveränderungen möglich, dass sich eine Schuppenflechte insgesamt in der Ausprägung verbessert, oder -wie bei Ihnen leider- auch mal verschlechtert. Eine genaue Vorhersage ist dabei nicht möglich, auch nicht in welcher Schwangerschaftsphase ggf. Probleme auftreten. Nur ein stets positives Statement ist möglich: die Schuppenflechte selbst wirkt sich nichtnegativ auf die Entwicklung des Kindes aus.

Wie bei vielen anderen Medikamenten auch, sind in Abhängigkeit vom Schwangerschaftsalter (1., 2. oder 3. Trimenon) viele Medikamente nur bedingt oder garnicht im Rahmen der Schuppenflechten-Behandlung einsetzbar. Kontrollierte Studien liegen überhaupt nicht vor, wenn, dann nur Erfahrungsberichte. Die meisten Daten finden Sie (und Ihre behandelnden Ärzte) unter www.embryotox.de .

Grundsätzlich wird sich eine Behandlungsempfehlung vor allem nach der Schwere der Schuppenflechte und dem Zulassungsstatus des Medikamentes richten. Strikt verboten sind Substanzen wie Acitretin oder Methotrexat (beides innerlich-wirkende Medikamente), auch Immunsupressiva sind eher kritisch zu sehen. Äußerlich wirkende Substanzen wie niedrig-potente Kortison-Cremes oder auch UVB-Belichtungen, wie sie für die von Ihnen geschilderten Hautveränderungen im Gesicht ja durchaus in Betracht kommen, sind in Absprache mit Ihrem Haut- und Frauenarzt ggf. eine Option.

Ich wünsche Ihnen weiterhin eine schöne Schwangerschaft und verbleibe,

mit freundlichen Grüßen

Dr. med. Ralph von Kiedrowski

 

 

 

 

Dr. Ralph von Kiedrowski

 

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