Im Dialog

Im Dialog: Ihre Fragen und unsere Antworten rund um das Thema Psoriasis

Patienten fragen – Experten antworten: Stellen Sie hier Ihre persönliche Frage zum Thema Schuppenflechte (Psoriasis), egal ob als Patient oder Angehöriger. Die Dermatologen Dr. Ralph von Kiedrowski, Dr. Dagmar Wilsmann-Theis, Priv.-Doz. Dr. Thomas Rosenbach und Prof. Dr. Uwe Gieler haben sich auf die Behandlung von Psoriasis-Patienten spezialisiert und stehen Ihnen als Experten zur Verfügung. Gerne beantwortet diese Gruppe Ihre Fragen und steht Ihnen mit wertvollem Rat zur Seite.

Experte: Dr. Ralph von Kiedrowski, Dr. Dagmar Wilsmann-Theis,  Priv.-Doz. Dr. Thomas Rosenbach und Prof. Dr. Uwe Gieler
Dr. med. Ralph von Kiedrowski, Dr. med. Dagmar Wilsmann-Theis, Prof. Dr. Uwe Gieler, PD Dr. med. Thomas Rosenbach

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Ist dies vielleicht der Auslöser der Schuppenflechte meines Kindes?

Bei meiner Tochter ging es kurz nach unserem Umzug mit der Schuppenflechte los. Wir sind zwar nicht weit weg gezogen aber trotzdem war es ziemlich hart für sie und ich glaube das sie sich nicht richtig wohl fühlt. Die Zeit vor und nach dem Umzug war auch ziemlich stresig. Wenn sie lange im Sommer bei ihrem Vater ist hat sie keine Probleme aber wenn sie wider zurück kommt geht es nach kurzer Zeit wider los.

Anonym

Themen: Angehörige, Kinder & Schwangerschaft

Sehr geehrte Frau,

Die Schuppenflechte ist eine chronisch entzündliche Hauterkrankung, die durch eine Fehlinformation im Erbgut ausgelöst wird. Sie kann über Jahre im Erbgut schlummern und sich nicht bemerkbar machen. Stress kann ein Triggerfaktor sein. Das heißt, dass aufgrund des Stresses die Schuppenflechte ausbricht. Aber dies ist nicht die Ursache! Auch wenn der Stress abgebaut ist, kann es sein das die Schuppenflechte verbleibt.

Nichtsdestotrotz ist es gut Stressfaktoren zu meiden und die Probleme anzusprechen, um eine Lösung zu finden, diese besser zu bewältigen. Man kann sein Kind nicht komplett vom Stress befreien, auch eine Mandelinfektion oder eine Medikamenteneinnahme kann den Körper stressen und könnte Grund des Auftretens der Schuppenflechte sein. Am Ende des Tages wird man es nicht herausfinden, die Erkrankung wurde angestoßen und nun gilt es, sie angemessen zu behandeln. Der Sommer kann sich immer recht positiv auf die Schuppenflechte auswirken. Es sollten auch diverse Cremes mit dem Hautarzt überlegt werden. Eine Unterstützung findet ihr Kind in ihnen. Dabei sollte klar sein, dass Sie nicht daran Schuld sind, sondern dieser Strickfehler im  Erbgut. Bei ausgeprägten Formen kann eine rehabilitative Maßnahme gerade bei Kindern zur Erlernung der Erkrankung sinnvoll sein. Unabhängig davon kann die Information interessant sein, dass auch hier schon interne Medikamente  zugelassen sind.

mit besten Grüßen

 

D.Wilsmann-Theis

Dr. med. Dagmar Wilsmann-Theis

Gibt es eine Hormontherapie mit Progesteron bei weiblichen Psoriasis Patienten?

Während meiner beiden Schwangerschaften war ich, ich vermute durch das Progesteron, völlig symptomfrei. Danach, in der Stilphase, hat es sich zusehends, stetig verschlechtert und über den ganzen Körper ausgebreitet.

Ich vermute, dass die Besserung an dem hohen Progesteronwerten lag, denn in der zweiten Phase meines Zykluses, also nach dem Eisprung, wenn der Progesteronwert wieder ansteigt, wird auch die Schuppenflechte etwas besser. Mit der Regelblutung und hohen Östrogenwerten wieder schlecht

D. W.

Themen: Kinder & Schwangerschaft

Sehr geehrte Patientin,

vielen Dank für Ihre Frage. Die von Ihnen geschilderten Beobachtungen hinsichtlich hormoneller Einflüsse auf die Schuppenflechte sind bekannt. Sowohl im Hinblick auf eine Erstauslösung der Schuppenflechte, als auch bezüglicher (periodischer) Verschlechterungen spielen Hormone oftmals eine wichtige Rolle. Auh ist bekannt, dass bei vielen Schwangerschaften sich die Symptomatik der Erkrankung bessert, manche Patientinnen sind sogar erscheinungsfrei, während nach der Entbindung in der Stillphase Verschlechterungen häufig zu beobachten sind.

Daraus haben sich aber keine hormonellen Behandlungsansätze entwickelt, mir sind auch keine dahingehende Forschungsprojekte bekannt. Dennoch empfiehlt sich hier die Vorstlelung und Besprechung mit Ihrem Frauenarzt (ggf. auch im Hinblick auf die Wahl Ihres Kontrazeptivums).

Mit freundlichen GRüßen

Ihr DR. Ralph von Kiedrowski 

Dr. Ralph von Kiedrowski

Ich habe durch die Schwangerschaft eine ganz extremen Schub,auch im Gesicht. Was kann ich tun?

Schuppenflechte seit dem 5. Lebensjahr

Anonym

Themen: Kinder & Schwangerschaft

Sehr geehrte Frau F.,

vielen Dank für Ihre Frage,

tatsächlich ist es im Rahmen einer Schwangerschaft und den damit einhergehenden Hormonveränderungen möglich, dass sich eine Schuppenflechte insgesamt in der Ausprägung verbessert, oder -wie bei Ihnen leider- auch mal verschlechtert. Eine genaue Vorhersage ist dabei nicht möglich, auch nicht in welcher Schwangerschaftsphase ggf. Probleme auftreten. Nur ein stets positives Statement ist möglich: die Schuppenflechte selbst wirkt sich nichtnegativ auf die Entwicklung des Kindes aus.

Wie bei vielen anderen Medikamenten auch, sind in Abhängigkeit vom Schwangerschaftsalter (1., 2. oder 3. Trimenon) viele Medikamente nur bedingt oder garnicht im Rahmen der Schuppenflechten-Behandlung einsetzbar. Kontrollierte Studien liegen überhaupt nicht vor, wenn, dann nur Erfahrungsberichte. Die meisten Daten finden Sie (und Ihre behandelnden Ärzte) unter www.embryotox.de .

Grundsätzlich wird sich eine Behandlungsempfehlung vor allem nach der Schwere der Schuppenflechte und dem Zulassungsstatus des Medikamentes richten. Strikt verboten sind Substanzen wie Acitretin oder Methotrexat (beides innerlich-wirkende Medikamente), auch Immunsupressiva sind eher kritisch zu sehen. Äußerlich wirkende Substanzen wie niedrig-potente Kortison-Cremes oder auch UVB-Belichtungen, wie sie für die von Ihnen geschilderten Hautveränderungen im Gesicht ja durchaus in Betracht kommen, sind in Absprache mit Ihrem Haut- und Frauenarzt ggf. eine Option.

Ich wünsche Ihnen weiterhin eine schöne Schwangerschaft und verbleibe,

mit freundlichen Grüßen

Dr. med. Ralph von Kiedrowski

 

 

 

 

Dr. Ralph von Kiedrowski

Kann Psoriasis wegen fehlender Hormone auftreten? Z. B. Hormone die Frauen in der Schwangerschaft bilden oder erzeugen?

Ich und meine Frau haben 3 Kinder. Obwohl meine Frau die Psoriasis schon vor der ersten Schwangerschaft hatte, hatte sie während dessen keinen einzigen Fleck mit Schuppen am Körper oder Kopf.

Anonym

Themen: Kinder & Schwangerschaft

Sehr geehrter Herr,

Das ist eine sehr interessante Frage, die letztendlich noch nicht genau erforscht ist. Es gibt Anzeichen dass die Hormone, Einfluss auf den Verlauf der Psoriasis nehmen. So ist es auffällig, dass in den meisten Fällen die Schuppenflechte während der Schwangerschaft besser wird. Somit scheinen Östrogene einen positiven Effekt auf die Schuppenflechte zu haben.

Doch nicht nur bei der Frau scheinen die Hormone, sich auf die Schuppenflechte auszuwirken, sondern neue Publikationen zeigen auch einen Einfluss beim Mann. So kann ein Testosteronmangel zu einer Verschlechterung der Schuppenflechte führen.

Leider gibt es noch keine harten Daten dafür. So dass man aktuell nur von ersten Vermutungen sprechen kann. Diese Daten zu generieren ist deshalb so schwierig, da insbesondere bei der Frau die Hormone sehr stark schwanken und abhängig vom Alter und von den aktuellen Hormoneinnahme sind.

Auch Stress kann Hormone beeinflussen und diese wiederum die Schuppenflechte. Es ist also eine komplexe Geschichte um die Schuppenflechte, die ins genaue Detail noch weiter analysiert werden muss. Aber die Annahme, dass die Hormone dort einen Einfluss nehmen, halte ich persönlich sehr wahrscheinlich.

mit besten Grüßen

D.Wilsmann-Theis

 

Dr. med. Dagmar Wilsmann-Theis

Meine 6.-jährige Tochter leidet seit 9 Monaten an Hautproblemen, die jetzt von zwei Ärzten als "Psoriasis" bezeichnet wurden. Bisher hilft nichts.

Hallo, im Mai 2016 fingen die Probleme an (immer mehr werdende rote, zum Teil schuppende Stellen am Körper, die auch jucken). Es folgten: Kinderarzt, Verdacht auf durch Streptokokken ausgelöste Entzündung. Antibiotika, antibiotische Hauptcreme. Keine Besserung. Überweisung an Hautarzt. Kortison-Ersatzcreme (Prednitorp) Keine Besserung. Dann Sommer - Ausschlag verschwand. Seit Dezember ist er wieder da und wir alle leiden darunter. Vor allem natürlich meine Tochter. Können Sie helfen?

M. P.

Themen: Angehörige, Kinder & Schwangerschaft

Sehr geehrte Sarah P., Liebe Mathilda,

Schuppenflechte ist keine Erkrankung des Erwachsenenalters, leider erkranken auch nicht selten Kinder und Jugendliche. Die Therapie gestaltet sich insgesamt etwas schwieriger, da eine ganze Reihe von Medikamenten erst ab dem Erwachsenen-Alter zugelassen und damit verfügbar sind.

Zur Orientierung gibt es eine Experten-Konsensus-Empfehlung, die sicherlich auch Ihrem behandelnden Hautarzt bekannt ist. Sie sollten ihn konkret darauf ansprechen. Die einzelnen Behandlungsoptionen orientieren sich an der Schwere der Erkrankung und es stehen für entsprechend schwer Betroffene auch einige der modernen biologischen Systemtherapieformen zu Verfügung.

Damit ist auch im Kindes- und Jugendalter eine Schuppenflechte gut behandelbar, ggf. wenden Sie sich an eine spezialisierte Schwerpunktpraxis. Nur nicht "den Kopf in den Sand" stecken.

mit freundlichen Grüßen

Dr. Ralph von Kiedrowski

 

Dr. Ralph von Kiedrowski

Was hilft gegen Schuppenflechte

Hallo ich leide seit 5 Jahren an Schuppenflechten am Kopf. Nun stille ich und es wird schlimmer. Würde alles tun, damit es aufhört und wieder wie früher ist.


Bitte hilft mir. Was hilft wirklich? Gibt es ein wundermittel ?

S. B.

Sehr geehrte Frau B.,

vielen Dank für Ihre Frage.

Sicherlich keine einfache Situation, zum einen die lebensverändernde Situation nach der Geburt, zum anderen die Schuppenflechte, die besonders im Bereich des Kopfes zudem häufig auch durch starken Juckreiz "quält".

Die Situation ist aber auch für Ihren Hautarzt nicht einfach, denn während der Stillphase sind fast alle Medikamente nicht einsetzbar. Und natürlich gibt es auch danach keine "Wundermittel".

Sie sollten zunächst mit Ihrem Kinderarzt und/oder Ihrer Hebamme klären, wie lange Sie noch Stillen sollten und dann ggfs. Abstillen. Je nach Schwere Ihrer Schuppenflechte sollte die Behandlung äußerlich mit speziellen Tinkturen, Schäumen, Gelen oder Shampoos, ggf. auch innerlich durchgeführt werden. Auch eine äußerlich nicht zufriedenstellend behandelbare Schuppenflechte des Kopfes alleine kann den Einsatz von innerlichen Medikamenten erforderlich machen. Sprechen Sie mit Ihrem Hautarzt.

Und nicht verzweifeln: es gibt zwar keine Wundermittel, aber wunderbare Mittel.

Ich grüße Sie herzlich,

Dr. Ralph von Kiedrowski

 

Dr. Ralph von Kiedrowski

 

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