Künstlerin Larissa stellt sich vor

Unter dem Label "Farbelhaft - Face- & BodyArt" malt Larissa Ratzmann als Bodypainterin Motive auf die Haut ihrer Modelle - "Haut trifft Kunst" im wahrsten Sinne des Wortes. Für die Aktion "Kreative Freiheit - Haut trifft Kunst" stand sie Rede und Antwort. Hier erfahren Sie mehr über Larissa und ihre Kunst.

Wer bist du?

Larissa Ratzmann

27 Jahre jung

Aus der Nähe von Hamburg

Farbelhaft Face- & BodyArt

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Wie würdest Du Deinen Kunstsstil beschreiben?

Eine Leinwand zu bepinseln war mir schon immer zu langweilig. Ich bin Bodypainterin aus Leidenschaft, denn beim Bodypainting arbeite ich nicht nur mit Farben, sondern auch mit Menschen. Ich verwandle, mir meist fremde, Menschen und ihre Körper in Kunstwerke und versuche mit den daraus entstehenden Bildern mehr als nur die Haut zu berühren.

Wenn ich mich auf wenige Wörter beschränken müsste, würde ich „farbenfroh“, „weiblich“ und „individuell“ wählen.

Warum bist Du Künstlerin geworden?

Während ich vor fast 10 Jahren als Kinderanimateurin um die Welt gereist bin, habe ich die ersten Erfahrungen im Kinderschminken sammeln können. Damals wurde schon das ein oder andere Kind in einen Tiger oder Schmetterling verwandelt. Und auch wenn die ersten Versuche wenig imposant waren, haben mich die leuchtenden Kinderaugen und die Begeisterung ihrer Eltern ermutigt weiterzumachen. In einer Kindereventagentur lernte ich das Kinderschminken immer mehr lieben. Schwämme, Schablonen und Pinsel wurden mein Begleiter. 

Die Faszination der Körperbemalung geht aber natürlich weit über das Kinderschminken hinaus, sodass ich mich auch mit den Themen BellypaintingBodypainting, Facepainting und Spezialeffekten beschäftigte, Kurse besuche und nach wie vor stundenlang diverse Techniken übe und verfeinere!

Dein Leben ohne Kunst wäre ...:

... für mich eigentlich nicht denkbar, da sich Farbe und Glitzer in alle Teilbereiche meines Lebens eingeschlichen haben. So sagen Gäste in meiner Wohnung häufig, dass man erkennen würde, dass hier eine Künstlerin wohnt. Ich mag es bunt und male mir mein Leben – oder auch meine Wohnung – wie es mir gefällt.

Daher versuche ich meine Modelle für ein Painting gut kennenzulernen, sodass sich dann automatisch Designs entwickeln, welche mir und dem Modell gut gefallen.

Manchmal verirrt sich aber auch ein Bild in meinem Kopf. Woher dieses dann kommt, weiß ich auch nicht. Dann suche ich nach einem passenden Modell für das Projekt und kann meistens nicht davon loslassen, bis ich es mir „aus dem Kopf gemalt habe“. Vor einiger Zeit habe ich Yoga für mich entdeckt. So entstand als letztes freies Projekt eine Fotoserie unter dem Titel „UV-Bodypainting trifft Yoga“.

Welche bedeutsamen Stationen in Deinem Leben, Inspirationen und/oder Vorbilder gibt es, die Dich auf Deinem künstlerischen Weg bisher begleitet haben?

Jährlich findet das World Bodypainting Festival, sozusagen die Bodypainting Weltmeisterschaft, in Österreich statt. Hier treffen Künstler aus aller Welt zusammen und zeigen ihre Kunst. Das ist natürlich super inspirierend. Ganz nebenbei lernt man aber auch viele tolle, internationale Künstler, Fotografen und Modelle kennen. Hier konnte ich einige Kollegen kennenlernen, mit denen ich gerne und regelmäßig zusammen arbeite. Im Laufe der Jahre haben sich sogar einige gute Freundschaften entwickelt, sodass ich in meinem letzten Urlaub quer durch Deutschland gereist bin um Bodypainter und liebgewonnene Modelle zu besuchen. Ich hoffe, dass ich im nächsten Jahr den Radius erweitern und Kollegen überall in Europa besuchen kann.

Welche Ziele verfolgst Du mit Deiner Kunst?

Für mich persönlich ist es wunderbar entspannend, wenn ich freie Projekte umsetzen und mich kreativ austoben kann. Das entschädigt für jede stressige Veranstaltung und allein das ist schon ausreichend, um weitere Projekte zu planen.

Natürlich habe ich auch einen Anspruch an die Bilder, die dabei entstehen, dieser ist aber ganz einfach:  Ich möchte schöne und stilvolle Bilder erstellen, die gerne betrachtet werden. Wahrscheinlich jeder Künstler wünscht sich, dass die Kunst viele Menschen erreicht und bewegt.

Finden Gefühle wie Diskriminierung und/oder Alleinsein, aber auch Glücksgefühle und Zusammengehörigkeit Ausdruck in Deiner Kunst und wenn ja, wie?

Meine aktuelle Lebenssituation beeinflusst natürlich auch meinen Kunststil.

Ich erlebe aber vor allem beim Bodypainting ein starkes Gefühl von Zusammengehörigkeit. Beim Bodypainting wird eine sehr intime Nähe zwischen dem Modell und mir als Painter aufgebaut. Hierbei geht es einerseits natürlich um Berührungen durch Pinsel und Farben, aber auch um die Gespräche, welche dabei entstehen. 

 

Ein Bodypainting dauert im Durchschnitt ca. 4 Stunden – genug Zeit um sich über ein halbes Leben auszutauschen.

Zuletzt durfte ich einige Wochen keine Bodypaintings malen, da es durch COVID-19 auch für uns Künstler einige Einschränkungen gab. Umso mehr habe ich es genossen, wieder die ersten „Bilder“ zu malen und hierbei tolle Menschen kennenzulernen.

Wie kann Kunst in Deinen Augen helfen, mit einer chronischen Hauterkrankung besser umzugehen?

Beim Bodypainting wird zunächst an schlanke Beauty-Modelle gedacht, welche in Kalendern oder auf Veranstaltungen zu sehen sind und als Werbezweck eingesetzt werden. Weniger präsent sind uns aber die vielen privaten Bodypaintings. Denn generell kann natürlich jeder oder jede ein Bodypaintingmodell sein.

Hier geht es dann natürlich nicht um einen Werbeeffekt, sondern um ein ganz persönliches Erlebnis, welches das Erleben und Wertschätzen des eigenen Körpers stärken und dabei helfen kann, ein positiveres Selbstbild zu bekommen.

 

Das Wort Bodypositivity beschreibt dieses positive Gefühl zu seinem eigenen Körper. Ich als Bodypainterin habe mit meiner Kunst die Möglichkeit eine Verwandlung des Modells vorzunehmen und damit nicht nur die Optik zu verändern, sondern auch gewohnte Verhalts- und Gedankenmuster zu durchbrechen und Platz für ein neues Körpergefühl zu schaffen.

Ganz nach dem Motto: „Stell‘ dir vor, du bist eine Farbe. Du wirst nicht jedem gefallen. Aber es wird immer jemanden geben, dessen Lieblingsfarbe du bist.“

 

Welche Emotionen/Gedanken verbindest Du mit dem Thema „Schuppenflechte“?

In den letzten Tagen und Wochen habe ich mich vermehrt mit dem Thema Schuppenflechte beschäftigt. Hier ist mir bewusst geworden, dass ich vorher – obwohl ich Bekannte habe die unter Schuppenflechte leiden – kein Wissen hierüber hatte. Heute finde ich schade, dass die Schuppenflechte das Leben von Betroffenen doch so negativ beeinflussen kann und wünsche mir, dass die Bevölkerung besser aufgeklärt wird und so auch den Betroffenen das Leben mit der Schuppenflechte erleichtert wird.

3 Gründe, warum Du die „Bitte berühren“-Kampagne unterstützt:

Als Bodypainterin kann ich Aufmerksamkeit erregen und diese möchte ich gerne gezielt einsetzen, um Gedanken und Wissen zum Thema Schuppenflechte zu verbreiten. Gleichzeitig erhoffe ich mir, dass durch meine Kunst positive Bilder in Köpfen entstehen, welche sich vielleicht dauerhaft halten.

Für Erkrankte wünsche ich mir, dass diese durch meine Kunst Mut bekommen, sich mit ihrem eigenen Körper zu befassen, sich Wünsche wie ein Bodypainting erfüllen und sich nicht einschränken.