„Nobody is perfect“ – bloß niemals die Füße zeigen müssen

Die junge Dreifachmama Elfi leidet seit ihrer Pubertät an Schuppenflechte der Füße und der Fußnägel. Nachdem Selbsthilfe aus der Apotheke und ein Hautarztbesuch nicht die erhoffte Besserung brachten, resignierte die gebürtige Norddeutsche. Durch die Webseite der Schuppenflechte-Aufklärungskampagne „Bitte berühren“ erfährt die dreißigjährige Mamabloggerin von den modernen Therapiemöglichkeiten bei Psoriasis.

Mit modernen Therapiemöglichkeiten sagt Mamabloggerin Elfi ihrer Schuppenflechte den Kampf an

Portrait Elfi W.

Elfi führt ein Leben, von dem viele träumen. Nach ihrem erfolgreichen Studium arbeitet sie im Personalmanagement, heiratet ihre Jugendliebe und zieht mit ihrem Mann und den drei Kindern im Alter von 4, 2 und einem halben Jahr aus der Stadt aufs idyllische Land. Die hübsche Mama führt neben ihrem aktuellen Fulltime Job als Hausfrau und Mutter in ihrer freien Zeit den Instagram-Mamablog Traumjob.mama.

Elfi und ihr Mann auf der Couch

„Ich leide seit meiner Pubertät an Schuppenflechte der Füße und Fußnägel – nur meine Familie und meine besten Freundinnen wussten bisher darüber Bescheid, weil mir die betroffenen Stellen an den Füßen sehr unangenehm gegenüber anderen sind. Doch jetzt möchte ich meine Situation nicht länger verheimlichen, über meine Erkrankung berichten und der Schuppenflechte endgültig den Kampf ansagen“, so Elfi. „In meinem Blog greife ich immer mal wieder persönliche Themen auf. Auch wenn es von außen so aussieht, als sei bei uns immer alles Friede, Freude, Eierkuchen – auch in meinem Leben läuft nicht immer alles perfekt“, stellt die sympathische Powerfrau klar.



Eigentherapien und Hautarztbesuch blieben ohne Erfolg

Elfi lackiert ihre Fußnägel

Als die damals 13-jährige trockene Hautstellen an den Füßen und noch dazu auffällige Veränderungen der Nageloberfläche bei sich bemerkt, zieht sie den ärztlichen Rat des eigenen Vaters zurate. Ziemlich schnell ist klar – es handelt sich um Schuppenflechte, eine Erkrankung, die in Elfis Familie erblich vorbedingt ist. „Dann ging die Rennerei los: In der Apotheke deckte ich mich mit Cremes und speziellem Nagellack ein. Zeitweise wurde die Schuppenflechte besser, aber sie ist nie mehr ganz weggegangen. Im Laufe der Zeit gab es immer mal wieder bessere und schlechtere Monate. Es ist ein Auf und Ab“, so Elfi. Ein Arztbesuch bringt schließlich nach etwa zehn Jahren mit der Schuppenflechte eine weitere Ernüchterung: „Meine damalige Hautärztin hat mir dreimal die Woche ein Salzwasserbad und UV-Bestrahlung verordnet. Etwas anderes war während der Stillzeit leider nicht möglich. Aber gerade mit Kleinkind im Schlepptau war das natürlich sehr zeitaufwendig und anstrengend für alle Beteiligten. Leider war die Behandlung nicht wirklich von Erfolg gekrönt. Sie hatte nur einen minimalen und wenig nachhaltigen Effekt, den ich mir vielleicht sogar nur eingebildet habe.“



Modeljobs abgesagt aus Angst vor Blicken auf die Füße

Portrait Elfi W 2

Durch die sichtbaren unschönen Stellen an den Füßen hat Elfi für sich einen Entschluss gefasst: „Das sind meine Füße, da gehe nur ich ran! Leider möchte ich meine Füße in dem aktuellen Zustand nicht zeigen, ohne sie durch Maßnahmen wie medizinische Fußpflege und Nagelmodellage stark zu pflegen und zu verschönern“, so die Dreifachmutter, „ich arbeite teilweise sogar mit künstlicher Nagelmasse, da der Psoriasis-Befall zwischenzeitlich so schlimm war, dass ich meine Nägel nur schwer bis gar nicht mehr lackieren konnte, weil sie so stark betroffen waren. Wenn meine Verschönerungsmaßnahmen oder die der Fußpflegerin mich nicht zufriedengestellt haben, habe ich manchmal sogar Pflaster über die betroffenen Nägel geklebt und vor Freunden behauptet, dass mir etwas auf den Fuß gefallen ist und das Nagelbett verletzt wurde“. Seit sie 13 ist, trägt Elfi permanent Nagellack an den Füßen. Nur wenige Freundinnen wissen von der Schuppenflechte und sogar ihr Ehemann hat erst nach einigen Beziehungsjahren erfahren, wieso seine Frau sich den nett gemeinten Fußmassagen verwehrt: „Ich habe vor allem im Sommer starke Einschränkungen dadurch, dass ich meine Füße nicht zeigen möchte“, so Elfi. „Offene Schuhe trage ich nur, wenn meine Füße frisch gepflegt sind, weil ich nicht möchte, dass jemand meine Füße im normalen Zustand sieht – und wenn es dann doch mal ins Schwimmbad geht, schaue ich schon, dass niemand direkte Sicht auf meine Füße hat. Dann bereite ich mich im Vorfeld gedanklich schon darauf vor, was ich sage, wenn mich jemand auf die Hautstellen anspricht.“



Elfi mit Handy vorm Spiegel

Während ihrer Studienzeit hatte die junge Mutter auch verschiedene Möglichkeiten und Angebote zum Modeln: „Hätte ich den Model-Wunsch fokussiert, hätte es verschiedene Angebote gegeben, mehr in diesem Bereich zu machen“, so die hübsche Bloggerin, die verschiedene reizvolle Modeljobs abgelehnt und stattdessen als Promoterin und im Fitnessclub gearbeitet hat, um ihr Taschengeld aufzubessern. „Ich hatte einfach Angst, dass ich irgendwann meine Füße zeigen muss und dann zurückgewiesen werde und habe die Model-Sache deshalb nicht weiter verfolgt. Viele Menschen denken leider immer noch, dass Schuppenflechte ansteckend oder man unhygienisch ist.“



Mit Aufklärung über moderne Therapiemöglichkeiten der Schuppenflechte den Kampf ansagen

Mamabloggerin Elfi

Damit sich das gesellschaftliche Bild der Schuppenflechte-Patienten verbessert, ist Aufklärung über die Erkrankung sehr wichtig. Für Betroffene selbst ist die Information über neue Behandlungsmethoden sehr wichtig. Denn selbst Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Psoriasis stehen heute gute Möglichkeiten zur Verfügung, um die Krankheit weitestgehend unter Kontrolle zu bekommen. „Nachdem mir klar wurde, dass bei mir nichts so wirklich hilft, habe ich im Internet recherchiert und bin so auf www.bitteberühren.de aufmerksam geworden. Dort habe ich gesehen, dass es neue Therapieoptionen gibt, die mir womöglich helfen können, die Schuppenflechte an meinen Füßen endlich in den Griff zu bekommen“, so Elfi. Dermatologe und Schuppenflechte-Spezialist Dr. Ralph von Kiedrowski klärt auf: „Neue, innerlich wirkende Therapien, die in die fehlerhafte körpereigene Immunabwehr eingreifen, stellen heute für mittelschwere und schwere Krankheitsfälle den Therapiestandard dar: Sie hemmen gezielt Botenstoffe oder Enzyme, die Entzündungen auslösen. Damit können Betroffene wie Frau W. oft innerhalb weniger Wochen eine sichtbare Besserung der Symptome und damit eine spürbare Steigerung ihrer Lebensqualität erreichen. Und: Diese Medikamente sind auch zur Langzeittherapie geeignet. Die bleibt in aller Regel auch erforderlich, da eine Schuppenflechte bislang nicht vollständig heilbar ist.“ Der Dermatologe macht Schuppenflechte-Betroffenen Mut: „Gehen Sie zum Arzt und lassen Sie sich über neue Behandlungsmöglichkeiten beraten.“