Blutspenden mit Schuppenflechte ist möglich – nur nicht bei Einnahme innerlich wirkender Medikamente

SELTERS/BERLIN – Anderen etwas Gutes tun, das ist vielen Menschen wichtig. Blutspenden ist eine Möglichkeit. Doch was ist bei Schuppenflechte? Können und dürfen Menschen mit Schuppenflechte Blut spenden? Schuppenflechte (Psoriasis) ist nicht ansteckend. Daher können grundsätzlich auch Psoriasis-Betroffene Blut spenden. Im Einzelfall aber kommt es darauf an, mit welchen Medikamenten der Blutspender behandelt wird. Das berichtet die Berliner Patienteninitiative Psoriasis-Netz auf ihrer Website. Fazit: „Wer Blut spenden möchte, sollte sich bei den jeweiligen Blutspendediensten selbst erkundigen.“

Nach Recherchen von Psoriasis-Netz beim Deutschen Roten Kreuz und einschlägigen Instituten für Transfusionsmedizin gelten topische Behandlungen zur äußerlichen Anwendung als unkritisch, da nur geringe Mengen Wirkstoff ins Blut gelangen. 

Für innerliche Therapien gibt es jedoch keine generellen Vorschriften – und da liegt das Problem. Bei herkömmlichen Systemtherapeutika – namentlich für Dimethylfumarate, Psoralene, Retinoide oder Isoretinoide – wird von einzelnen Blutspendediensten eine Sperrfrist von vier Wochen bis zu einem Jahr verlangt, in dem das innerlich wirkende Medikament abgesetzt werden muss. Beim Wirkstoff Methotrexat schließen die befragten Fachinstitutionen übereinstimmend eine Blutspende kategorisch aus.

Keine Angaben macht Psoriasis-Netz zu Biologika und Biosimilars. Hautarzt Dr. von Kiedrowski rät allerdings in diesem Fall dringlich dazu, das Gespräch mit dem behandelnden Arzt zu suchen. Eine Behandlung mit innerlich wirkenden Medikamenten sollte zum Blutspenden auf keinen Fall ohne Rücksprache mit dem Arzt unterbrochen worden.

Mehr dazu bei Psoriasis-Netz.