Versorgungsziel Früherkennung: Herzinfarktrisiko bei Psoriasis erhöht

TORONTO/BERLIN (blu) – Bluthochdruck und erhöhte Blutfettwerte werden bei einem großen Teil der Menschen mit Psoriasis oder Psoriasis-Arthritis diagnostisch erst spät erkannt. Sie bleiben deshalb lange Zeit unbehandelt. Das ergab eine umfangreiche Studie in Kanada, in den USA und in Israel. 

Viele der 2.254 Studienteilnehmer hatten weitere gesundheitliche Probleme. Rund drei Viertel von ihnen waren übergewichtig oder fettleibig. Fast jeder zweite (45,1%) litt an Bluthochdruck und überhöhten Blutfettwerten (49,4%). So die wichtigsten Untersuchungsergebnisse des International Psoriasis and Arthritis Research Teams (IPART).

„Fast die Hälfte der Patienten hatte im Alter von Anfang 60 ein Risiko von mehr als zehn Prozent, innerhalb der nächsten zehn Jahre einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden.“ Das berichtet die IPART-Studie. „Diese Risikokonstellation für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall beobachten wir auch bei unseren Patienten in Deutschland“, warnt Prof. Hanns-Martin Lorenz, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie.

„Behandelnde Ärzte müssen bei Psoriasis die möglichen Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck oder eine Fettstoffwechselstörung regelmäßig diagnostisch abklären und gegebenenfalls behandeln“, so Prof. Lorenz.  Darüber hinaus sei wichtig, Psoriasis oder Psoriasisarthritis optimal antientzündlich zu behandeln. Betroffene sollten über die Erkrankungen des metabolischen Syndroms aufgeklärt und in der Prävention unterstützt werden.

In Deutschland ist es seit mehr als zehn Jahren erklärtes Versorgungsziel der Nationalen Versorgungskonferenz Psoriasis (NVKP), die mit einer Psoriasis verbundenen Begleiterkrankungen frühestmöglich zu erkennen und zu behandeln.