Mit Schuppenflechte in die Sauna?

Auf der Suche nach Linderung stoßen viele Patienten auf die Sauna als mögliches linderndes Mittel für ihre Psoriasis. Welche Vorteile der Besuch für Sie haben kann und was dabei beachtet werden sollte, erfahren Sie hier.

Frau beim Saunieren

Zwar gibt es bislang nur wenige wissenschaftliche Untersuchungen zum therapeutischen Nutzen des Saunierens bei Schuppenflechte, in Patientengruppen und -foren ist der Besuch von Dampfbädern und Saunen jedoch schon lange ein vieldiskutiertes Thema. Immer wieder berichten Betroffene dabei von der beruhigenden Wirkung für die Haut und beschreiben teilweise deutliche Verbesserungen ihres Hautbildes. Der Nutzen des entspannten Schwitzens geht also für viele über die bloße Wellness-Erfahrung hinaus. Doch was steckt dahinter?

Sauna und Schuppenflechte: Welche positiven Effekte sind denkbar?

Der Innenraum einer Sauna

Grundsätzlich wirken sich die hohen Temperaturen in der Sauna in vielerlei Hinsicht positiv auf den Körper aus. Neben der Verbesserung des Temperaturhaushaltes und der Anregung der Durchblutung können regelmäßige Saunabesuche das Immunsystem stärken. Indem die Körpertemperatur um etwa ein Grad steigt, werden so z. B. die Abwehrkräfte gestärkt.

Dass sich diese Effekte auch positiv auf Psoriasis auswirken können, ist bislang wissenschaftlich nicht bewiesen, geht aber aus einer Vielzahl von Erfahrungsberichten hervor. Durch die kurzzeitige Hitze verringert sich die Anzahl der weißen Blutkörperchen und Botenstoffe (Interleukine), die das Immunsystem regeln. Auf diese Weise kann eine übermäßige Immunreaktion eingedämmt werden.

Neben der großen Hitze bieten viele Saunaarten auch eine hohe Luftfeuchtigkeit. Die Flüssigkeit durch die angeregte Schweißproduktion und die Luftfeuchtigkeit der Umgebung dringen tief in die Haut ein. Das hat eine porentiefe Reinigung der Haut zur Folge – trockene oder verhornte Hautstellen können aufgeweicht werden. Dadurch lassen sich oft selbst Hornschuppen leichter lösen. Der Saunabesuch ist also eine gute Möglichkeit, um den Stoffwechsel anzutreiben und die tiefe Reinigung der Haut zu fördern.

Was sollte beim Saunabesuch beachtet werden?

Um Ihren Saunabesuch so angenehm wie möglich zu gestalten, ist eine gute Vorbereitung wichtig – dies gilt insbesondere für ungeübte Besucher der Sauna. Mit den folgenden Tipps steht dem Saunagenuss nichts mehr im Weg:

Vor dem Saunabesuch:

  • Genügend Zeit einplanen: Nur so können Sie den Effekt der Sauna voll ausschöpfen
  • Bei der Dusche vor dem Saunagang: besonders gründlich duschen und die von Psoriasis betroffenen Stellen evtl. mit einer weichen Bürste vorsichtig abschrubben, um trockene Hautschuppen zu entfernen
  • Anschließend unbedingt gründlich abtrocknen
  • Bei Neurodermitis oder Allergien: Informieren Sie sich bereits vor dem Besuch über Duftstoffe und Zusätze, die den Aufgüssen beigesetzt sein könnten

Beim Saunabesuch:

  • Die Uhr im Blick haben: Achten Sie darauf, dass Sie nicht länger als 20 Minuten in der Sauna verbringen
  • Temperatur: Mit einer geringen Sauna-Temperatur bis 45°C beginnen, um den Körper langsam an die wärmere Temperatur zu gewöhnen (besonders für ungeübte Besucher wichtig)
  • Bei der Abkühldusche: auf gründliches Reinigen und Abtrocknen achten

Betroffene empfehlen zudem häufig Abriebe. Auch hier ist es wichtig, die Mitarbeiter vorab nach möglichen reizenden Inhaltsstoffen zu fragen. Bei offenen oder gereizten Stellen sollten Sie unbedingt auf einen Abrieb verzichten.

Vergessen Sie nicht, die Haut zum Abschluss mit beruhigenden, bewährten Pflegeprodukten zu behandeln. Nehmen Sie sich auch hier wieder Zeit und gönnen Sie Ihrer Haut eine anschließende Ruhepause von etwa 30 Minuten.

Mit Psoriasis in die öffentliche Sauna?

Leider sind noch immer einige Saunabetreiber unzureichend informiert und halten Psoriasis fälschlicherweise für ansteckend. Ein offenes Gespräch kann hier oftmals aufklären. Bei akuter Psoriasis kann es daher hilfreich sein, schon vor dem ersten Besuch Kontakt mit dem Betreiber aufzunehmen, um mögliche Missverständnisse bereits vorab aus dem Weg zu räumen.

Welche Saunaarten gibt es und was steckt dahinter?

  • Dampfsauna: Temperaturen unter 50°C mit bis zu 100 % Luftfeuchtigkeit ohne Aufguss
  • Caldarium (römische Therme): Temperaturen von 40°C – 50°C mit bis zu 100 % Luftfeuchtigkeit
  • Schwedische Sauna: Temperaturen von 80°C – 100°C mit variierender Luftfeuchtigkeit und anschließendem Kältebad
  • Aromastoffsauna: Temperaturen von 60°C – 80°C mit ca. 30 % Luftfeuchtigkeit und mit Einsatz von Aromastoffen im Aufgusswasser
  • Savusauna (Rauchsauna): Temperaturen bis max. 80°C mit variierender Luftfeuchtigkeit und Kontakt mit Ruß
  • Salzstollensauna: Temperaturen von 60°C – 90°C mit variierender Luftfeuchtigkeit und salziger Luft
  • Salzsauna: Temperaturen von ca. 60°C mit 15 % Luftfeuchtigkeit
  • Erdsauna: Temperaturen von 90°C – 110°C mit einer Luftfeuchtigkeit von 9 – 20 % und milden bzw. häufig keinen Aufgüssen

Wann sollte die Sauna gemieden werden?

Erste Studienergebnisse weisen darauf hin, dass Saunabesuche die Haut nicht austrocknen. Dennoch sind die große Hitze und Luftfeuchtigkeit womöglich nicht für alle Patienten wohltuend. Sie können bei manchen Patienten sogar ernstzunehmende Gesundheitsrisiken darstellen. Falls Sie unter einer der folgenden Erkrankungen leiden, sollten Sie daher von einem Saunabesuch absehen:

  • Schilddrüsenüberfunktion
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • offene, oder stark gereizte Hautstellen
  • akute Entzündungsintervalle entzündlicher Gelenkerkrankungen
  • akute entzündliche Neurodermitis-Schübe

Wenn Sie Zweifel haben, ob die Sauna für Sie und Ihre Haut geeignet ist, wenden Sie sich an Ihren behandelnden Arzt. Gemeinsam können Sie die Vor- und Nachteile der Sauna in Verbindung mit Schuppenflechte besprechen und Erholungsmöglichkeiten finden, die am besten zum individuellen Anspruch Ihrer Haut passen.

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