Chlorwasser, Salzbäder, Sonne und Co.: Wie sich Wasser und UV-Strahlung auf die Schuppenflechte auswirken können

Die Sonne scheint, die Freibäder und Badeseen sind geöffnet. Doch darf man mit Schuppenflechte eigentlich problemlos öffentliche Badeeinrichtungen besuchen?

Früher durften Menschen, die an Schuppenflechte erkrankt sind, keine öffentlichen Schwimmbäder besuchen. Das Verbot die Muster-Badeordnung, bis der Deutsche Psoriasis Bund (DPB) 2005 eine Änderung dieser diskriminierenden Vorschrift erreichte. Seitdem steht dem Badespaß auch aus rechtlicher Sicht nichts mehr im Wege.

1. Was sollte beim Schwimmbadbesuch beachtet werden?

Bei allen Menschen können sich während des Badens bzw. Schwimmens Hautschuppen lösen und ins Wasser gelangen. Bei einem an Schuppenflechte leidendem Menschen ist nicht damit zu rechnen, dass sich viele Schuppen lösen. Die übliche Hygienemaßnahme, die für alle Badegäste gilt, nämlich das gründliche Abduschen vor dem Baden, reicht aus, um lose Schuppen abzuspülen.

Tipps für den Schwimmbadbesuch

  • Zusätzlich zum Abduschen vor dem Baden können Psoriasis-Patienten die betroffenen Hautstellen vorsichtig mit einer weichen Bürste abbürsten. Dadurch gelangen nicht mehr Schuppen ins Wasser als bei Badegästen ohne Psoriasis auch.
  • Nach dem Schwimmen sollte die Haut nicht trockengerieben werden, da das Reiben neue Psoriasisherde auslösen kann. Dies kann verhindert werden, indem die Haut mit einem Handtuch abgetupft wird.

2. Welche positiven Effekte sind beim Baden möglich?

Schwimmen und Baden kann sich positiv auf die Schuppenflechte auswirken. Insbesondere Solebäder können helfen, da das Salzwasser die gestresste Haut beruhigt und sich die Hautschuppen leichter lösen können. Chlorwasser hingegen kann die Haut zusätzlich austrocknen und reizen, ist aber ansonsten unbedenklich. Um dem vorzubeugen, kann es hilfreich sein, sich nach dem Schwimmen mit einer Fettcreme einzucremen.

Lass dir von der Schuppenflechte nicht den Spaß am Schwimmen nehmen

Die amerikanische Leistungsschwimmerin Dara Torres lässt sich von ihrer Schuppenflechte nicht einschränken und ist zweifache Olympia Goldmedaillen Gewinnerin. Sie sagt: „Aber trotz meiner Verunsicherungen wurde mir klar: Wen interessiert es, ob ich diese schuppigen Stellen auf meiner Haut habe? Es definiert nicht, wer ich bin und ich will nicht, dass es mich davon abhält, mein wahres Ich zu zeigen oder meine Träume zu verfolgen. Ob mein Ziel die Olympischen Spiele sind oder nur eine gute Mutter zu sein, ich habe endlich erkannt, dass ich nichts erreichen kann, wenn ich hier rumsitze und denke: Ich gehe nicht raus, weil ich Psoriasis an meinen Ellenbogen oder am Rücken habe.“
(Quelle: www.health.com)

Bestimmte Formen von Bädern können auch eine therapeutische Wirkung haben. Die Sole-Photo-Therapie zum Beispiel (Balneophototherapie) ist eine Kombinationstherapie aus Licht und Solebädern. Diese ähneln den Bedingungen am Toten Meer und können oftmals große Heilungserfolge erzielen. Dazu wird für etwa 20 bis 30 Minuten im stark konzentrierten Solewasser gebadet. Danach findet eine intensive Bestrahlung mit UVB-Licht statt. Die Behandlung kann in spezialisierten Hautarzt-Praxen und in Hautkliniken stattfinden.

Tipp für zu Hause

Bäder können nicht nur eine therapeutische, sondern auch eine pflegende Wirkung haben. Besonders hautberuhigend können Vollbäder mit rückfettenden Substanzen sowie medizinische Bäder mit heilenden Zusätzen wirken, insbesondere Salz, Schwefel und Öle. Zudem kann das Wasser einen wohltuenden Effekt auf Körper und Geist haben, der nicht vergessen werden darf.

3. Wie schützt man sich richtig vor der Sonne?

Menschen, die an Schuppenflechte leiden, dürfen sich auch in der Sonne aufhalten. Allerdings gibt es einige Dinge, die sie beachten sollten:

  • Verwendung von Sonnenschutzmittel mit UVA- und UVB-Filter und möglichst hohem Lichtschutzfaktor.
  • Auftragen des Sonnenschutzmittels mindestens eine halbe Stunde vor dem Aufenthalt in der Sonne
  • Keine Körperstellen vergessen: Auch an Ohren, Füßen, Scheitel, Nacken und Waden an den Sonnenschutz denken!
  • Lockere, luftige und atmungsaktive Kleidung kann auch einen geeigneten Sonnenschutz darstellen: Unnötige Reibungen und Hautreizungen können dadurch vermieden werden.
  • Vermeidung von langen Sonnenbädern, vor allem in der heißen Mittagssonne zwischen 11 und 16 Uhr.
  • Im Schatten aufhalten: ein Sonnenbad im Schatten ist hautverträglicher. Achtung: Auch im Schatten sollte auf die Sonnencreme nicht verzichtet werden.

Mit Schuppenflechte in die Sonne

Manche Medikamente, die zur Behandlung der Schuppenflechte eingesetzt werden, können zu einer erhöhten Lichtempfindlichkeit führen. Bevor man sich also einer direkten Sonneneinstrahlung aussetzt, sollte mit dem behandelnden Arzt besprochen werden, ob das bei den eigenen Medikamenten zutrifft.

Wer zusätzlich zur Schuppenflechte an einer Lichtallergie, lichtempfindlicher Haut oder einem genetisch bedingten erhöhten Hautkrebsrisiko leidet, sollte das Sonnenbaden besser unterlassen.

Jeder Mensch schwitzt beim Sonnenbaden, das ist auch für Schuppenflechte-Patienten unproblematisch.Allerdings sollte besonders starkes Schwitzen oder sogar ein Hitzestau vermieden werden, da sich das nicht nur negativ auf die Schuppenflechte auswirken, sondern auch Juckreiz auslösen kann.