Was ist Schuppenflechte?

Wissenswertes über Schuppenflechte: Informieren Sie sich über Ursachen und Auslöser, die Diagnose, Begleiterkrankungen und vieles mehr.

Schuppenflechte am Haaransatz

Die Schuppenflechte ist eine sogenannte autoimmun vermittelte Entzündungskrankheit, bei der das Immunsystem körpereigenes Gewebe angreift und dadurch eine Verletzung vortäuscht. Der Körper bildet deshalb stetig und im Übermaß neue Hautzellen. Braucht eine gesunde Oberhaut normalerweise vier Wochen, um sich zu erneuern, so sind es bei Psoriasis drei bis vier Tage. Dieser beschleunigte Prozess verhindert, dass sich eine normale Hornschicht bildet.

So entsteht Psoriasis

Querschnitt der Haut bei Schuppenflechte Erkrankung
Schuppenflechte auf der Haut

Aktueller Stand der Wissenschaft

Aufgrund ihrer vielfach erblichen Veranlagung ist die Erkrankung nicht heilbar. Mit modernen Therapien lässt sich die Krankheit jedoch häufig gut behandeln und die Lebensqualität der Betroffenen deutlich verbessern – auch bei schweren Erkrankungsformen.

Die Ursachen der Schuppenflechte

  • Genetische Veranlagung
    Experten gehen von einer genetischen Veranlagung aus: Laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) tritt die Schuppenflechte in 30 bis 40 Prozent der Fälle auch bei Verwandten auf. 

Expertenstatement Dr. Ralph von Kiedrowski:

"Eine erbliche Veranlagung bedeutet nicht automatisch, dass der Betroffene auch erkrankt. Die Erkrankung bricht nicht immer aus. Es kann sogar vorkommen, dass beide Elternteile unter Schuppenflechte leiden, ihr Kind jedoch nicht erkrankt."

  • Auslöser
    Die Schuppenflechte kann ausbrechen, wenn neben der Veranlagung noch bestimmte persönliche oder umweltbedingte Auslöser hinzukommen. Dazu gehören unter anderem:

    - hormonelle Schwankungen (z. B. durch die Pubertät oder eine Schwangerschaft)
    - Infektionen
    - bestimmte Medikamente
    - Stress

Diese sogenannten Trigger lösen nach dem erstmaligen Ausbruch der Krankheit auch Krankheitsschübe aus. Weitere Informationen zu den Auslösern der Schuppenflechte finden Sie in der Rubrik Schübe vermeiden. Insgesamt sind die Ursachen individuell sehr vielfältig und noch nicht abschließend geklärt. 

Wann tritt die Erkrankung erstmals auf – und bei wem?

  • Wer ist betroffen Jeder, der die Veranlagung in sich trägt, kann an Schuppenflechte erkranken. Männer und Frauen sind etwa gleich häufig betroffen.
  • Erkrankungsalter 
    - Grundsätzlich ist eine Erkrankung in jedem Alter möglich.
    Allerdings ist ein Ausbruch im frühen Kindesalter und bei älteren Menschen eher selten.

    - Viele erkranken jung: Die Schuppenflechte tritt überwiegend vor dem 40. Lebensjahr zum ersten Mal auf (75 Prozent aller Fälle). Mediziner sprechen von der Typ I-Psoriasis. Besonders viele Menschen erkranken im Alter von 15 bis 25 Jahren. In vielen Fällen tritt der Typ I familiär gehäuft und in einer schweren Form auf.
  • Spätere Formen verlaufen oft mild
    Der seltenere Spättyp (Typ2-Psoriasis) bricht erst im fünften bis sechsten Lebensjahrzehnt aus und hat oft einen milderen Krankheitsverlauf.

Verbreitung und Bedeutung der Schuppenflechte

Die Schuppenflechte ist eine Volkskrankheit: In Deutschland sind rund zwei Millionen Menschen betroffen. Rund die Hälfte der Betroffenen leidet dabei an einer mittelschweren bis schweren Form.

Die Diagnose der Schuppenflechte

Ärztin untersucht Kopfhaut von Patient

Die Diagnose erfolgt in der Regel nach einer gründlichen Untersuchung der Haut. Aufgrund ihrer vielfältigen Formen und Symptome ist die Schuppenflechte jedoch mitunter auch schwer zu diagnostizieren. Daher gehen Experten von einer hohen Dunkelziffer an Betroffenen aus, die nicht wissen, dass sie an Schuppenflechte leiden.

Expertenstatement Dr. Ralph von Kiedrowski:

"Die Symptome und der Verlauf einer Schuppenflechte sind individuell ganz unterschiedlich. Besonders schwierig ist die Diagnose bei seltenen Formen wie zum Beispiel bei Bläschen-Formen der Schuppenflechte an Handflächen und Fußsohlen. Ebenso können verschiedene Vorbehandlungen oder besonders leichte Ausprägungen der Schuppenflechte die Diagnose erschweren."

  • Das besondere Merkmal der Schuppenflechte
    Wird eine Schuppe vorsichtig abgekratzt, bleibt darunter zunächst ein dünnes Häutchen („letztes Häutchen“). Löst der Arzt auch dieses, blutet die Stelle leicht und punktförmig („blutiger Tau“ oder „Auspitz-Phänomen“).
  • Ausschluss anderer Krankheiten
    Für die Diagnose ist es auch wichtig, andere Krankheiten mit ähnlichen Symptomen auszuschließen:
    - Krankheiten mit ähnlichen Symptomen: Die Anzeichen der Psoriasis können zum Beispiel denjenigen von Ekzemen und Pilzinfektionen ähneln.
    - Die medizinischen Verfahren: Blutuntersuchungen, Abstriche und gegebenenfalls Gewebeproben.

Begleiterkrankungen

Psoriasis ist keine reine Hauterkrankung, sondern eine systemische Erkrankung, d.h. sie betrifft den gesamten Körper. Daher können auch andere Organe und Körperbereiche von der Schuppenflechte betroffen sein. Zu den häufigsten Begleiterkrankungen gehören:

  • Gelenkentzündung (Psoriasis Arthritis)
    Rund jeder fünfte Betroffene mit einer Schuppenflechte der Haut leidet auch an einer entzündlichen Erkrankung der Gelenke. Weitere Informationen zur Psoriasis Arthritis bietet die Rubrik Formen und Symptome der Schuppenflechte.
  • Stoffwechselstörungen
  • Erhöhter Blutdruck
  • Diabetes Typ II
  • Übergewicht 

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